ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Das am 12. Juni kundgemachte Budgetbegleitgesetz 2014 brachte folgende steuerlichen Änderungen:

 

 

Änderung bei Telekommunikations-, Rundfunk- und elektronischen Dienstleistungen an Private ab 2015
Im Umsatzsteuerrecht ist der sogenannte Leistungsort der entscheidende Anknüpfungspunkt, in welchem Land die Umsatzsteuerschuld entsteht. Für die Erbringung elektronischer Dienstleistungen sowie Rundfunk-, Telekom- und Fernsehleistungen an Private ist ab 1.1.2015 der Leistungsort immer der Wohnsitz des Konsumenten entscheidend. Darunter fällt neben den Mobilfunkdiensten unter anderem die Bereitstellung von Bildern, Texten, Informationen und Datenbanken, aber auch die Erbringung von Fernunterrichtsleistungen und die Bereitstellung von Musik, Filmen und Spielen. Für Unternehmen, die solche Leistungen in EU-Mitgliedstaaten erbringen, in denen sie weder einen Sitz noch eine Betriebsstätte haben, wird ein Mini One Stop Shop (MOSS) eingerichtet. Dabei handelt es sich um eine zentrale Anlaufstelle für Steuererklärungen und Steuerzahlungen und führt dazu, dass sich die Unternehmer nicht in jedem EU-Mitgliedstaat extra registrieren lassen müssen. Voraussichtlich ab Oktober 2014 wird das österreichische Onlineportal zur Registrierung zur Verfügung stehen.

Buchführungspflicht bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben
Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft stehen nicht nur Neuerungen im Bereich der Einheitswerte bevor; die Umsatzgrenze für den Eintritt der Buchführungspflicht wird von EUR 400.000,00 auf EUR 550.000,00 angehoben.

„Gruppenanfragen" – Regelung im Amtshilfe- und Durchführungsgesetz
Die Finanzverwaltung hat im Rahmen des internationalen Datenaustausches die Möglichkeit, Anfragen an Finanzämter aus anderen Ländern zu stellen. Diese Anfragen müssen grundsätzlich eine konkrete Person und einen konkreten Sachverhalt betreffen und dienen im Wesentlichen der Betrugsbekämpfung und der Aufklärung internationaler Steuersachverhalte. In einem neuen Gesetz wird nunmehr die Zulässigkeit der ab Juli 2012 zum OECD-Standard zählenden „Gruppenanfragen" geregelt. Diese Gruppenanfragen werden sich auf Gruppen von Steuerpflichtigen beziehen, bei denen Grund zur Annahme besteht, dass die von der Gruppe umfassten Personen steuerliche Vorschriften verletzt haben könnten.