ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Sowohl Warenlieferungen ins Drittland als auch an Unternehmer in andere Mitgliedsstaaten der EU sind unter bestimmten Voraussetzungen von der Umsatzsteuer befreit.

In beiden Fällen ist der Ausfuhrnachweis, mit dem der tatsächliche Grenzübertritt der Ware nachgewiesen werden kann, eine wesentliche Bedingung für die Steuerfreiheit. Der Ausfuhrnachweis muss grundsätzlich als Original aufbewahrt werden; Kopien werden nur in Ausnahmefällen (Dokumenteninkasso, Akkreditiv oder Be- oder Verarbeitung vor der Ausfuhr) anerkannt.

Die bei der Überprüfung der Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen nahezu ausschließlich auf formelle Belange abgestellte Vorgehensweise hat der VwGH in einer kürzlich ergangenen Entscheidung relativiert. Im Rahmen einer Betriebsprüfung wurde die optische Archivierung von Ausfuhrbelegen und die Vernichtung der Originalbelege festgestellt. Das Finanzamt hat daraufhin die Steuerfreiheit der betreffenden Ausfuhrlieferungen versagt.

Die Berufung gegen das Versagen der Steuerfreiheit wurde vom UFS ebenso mit der Begründung abgewiesen, die optische Archivierung sei nicht ausreichend. Letztlich kam der VwGH jedoch zur Erkenntnis: Es ist beim Ausfuhrnachweis nicht bloß auf formelle Belange abzustellen. Vielmehr ist entscheidend, ob die materiellen Voraussetzungen für die Steuerfreiheit zweifelsfrei vorliegen. Im vorliegenden Fall hat der VwGH den angefochtenen Bescheid aufgehoben, da der UFS jede andere Nachweisführung für unbeachtlich erklärt hat.

ECA-Steuertipp:
Bewahren Sie die Ausfuhrnachweise immer im Original auf, um die Steuerfreiheit unzweifelhaft sicherzustellen. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 7 Jahre.