ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die steuerliche Anerkennung von Geschäftsbeziehungen im Rahmen der Familie ist seit jeher an strenge Anforderungen geknüpft.

Diese sollen verhindern, dass innerhalb der Verwandtschaft Einkommen verschoben wird um so Steuervorteile zu erzielen. So könnten etwa unternehmerisch tätige Eltern auf die Idee kommen, anstelle von Taschengeld die Kinder für kleine Arbeiten im Betrieb zu entlohnen und diesen Aufwand im Betrieb steuermindernd geltend zu machen.

 

Für die Anerkennung von Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen ist bedeutend, dass diese
• nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen (Publizität),
• einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben und
• auch zwischen Familienfremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen
worden wären.

Die Publizität ist gegeben, wenn der Vertragsabschluss in der Form erfolgt, dass er jedenfalls für Dritte erkennbar ist. Ist es nach Art und Inhalt üblich, den Vertrag in Schriftform abzuschließen, führt die mangelnde Schriftform meist zur Nichtanerkennung. Besonders bei Verträgen zwischen nahen Angehörigen kommt der Schriftform für die Beweiswürdigung besondere Bedeutung zu.

Für den Fremdvergleich maßgeblich ist die im allgemeinen Wirtschaftsleben geübte Praxis. Leistungsbeschreibungen müssen in einem solchen Maße konkret sein, dass die Einschätzung des Marktwertes der Leistung möglich ist und in der Folge die Feststellung getroffen werden kann, ob auch ein fremder Dritter bereit gewesen wäre, jene Gegenleistung zu erbringen.

Der Kreis der nahen Angehörigen ist sehr weit gefasst und umfasst unter anderem auch Lebensgefährten und deren Kinder oder Enkelkinder. Anders ist die Sachlage bei ehemaligen Lebensgefährten. Hier ist im Einzelfall zu klären, ob noch eine faktische Nahebeziehung besteht. Eine bloße Bekanntschaft, selbst wenn sie schon lange dauert, reicht allerdings nicht aus, um eine Person einem nahen Angehörigen gleichzuhalten.

ECA-Steuertipp:
Wählen Sie bei Verträgen mit nahen Angehörigen stets die Schriftform und achten Sie auf eine deutliche Leistungsbeschreibung. Dokumentieren Sie die Durchführung der Vertragsinhalte.