ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

In letzter Zeit erhielten Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbHs wundersame Schreiben der Sozialversicherungsanstalt, in denen diese aufgefordert wurden, Ausschüttungsbeschlüsse der GmbH vorzulegen.

 

 

Sinn dieses Schreibens ist es, die Ausschüttungen an den geschäftsführenden Gesellschafter in dessen Sozialversicherungsbeitragsgrundlage einzubeziehen.

Die Gesetzeslage ist folgende: Gesellschafter-Geschäftsführer sind in der GSVG pflichtversichert, sofern sie als Geschäftsführer im Firmenbuch eingetragen und an der GmbH wesentlich beteiligt sind. Eine wesentliche Beteiligung liegt jedenfalls bei einer Beteiligung an der GmbH von über 50 % vor. Bei einer Beteiligung unter 25 % geht man in der Regel von einem ASVG-pflichtigen Dienstnehmer aus – zuständig ist die GKK. Bei einer Beteiligung zwischen 25 % und 50 % und einem beherrschenden Einfluss auf die Betriebsführung des Unternehmens liegt ebenfalls GSVG-Pflicht vor.

Als Bemessungsgrundlage für die GSVG-Beiträge sind prinzipiell Einkünfte aus selbständiger Arbeit und aus Gewerbebetrieb heranzuziehen. Diese Daten werden vom Finanzamt an die Sozialversicherungsanstalten übermittelt. Gemäß derzeitiger Rechtslage zählen ALLE Einkünfte als Geschäftsführer zur Beitragsgrundlage. Somit fallen auch für Ausschüttungen an die Gesellschafter-Geschäftsführer GSVG-Beiträge an, sofern nicht ohnehin schon die Höchstbemessungsgrundlage in der Sozialversicherung erreicht wird.

In der Praxis gestaltet sich die Informationsbeschaffung für die Sozialversicherungsanstalten schwierig. Aus steuerlicher Sicht unterliegen nämlich Ausschüttungen aus der GmbH grundsätzlich der Kapitalertragsteuer (KESt) und sind daher am Einkommensteuerbescheid auch nicht ersichtlich. Deswegen wurden nun seitens einiger Sozialversicherungsanstalten diese Auskunftsschreiben direkt verschickt.

Bei Nichtbeantwortung dieser Schreiben können einerseits Verwaltungsstrafen bis zu EUR 440,00 verhängt werden, andererseits wird in den Schreiben angekündigt, dass die Sozialversicherung die Beiträge auf Basis der Höchstbeitragsgrundlage vorschreibt, wenn man das Schreiben ignoriert.

ECA-Steuertipp:
Ob die Sozialversicherung mit der Einbeziehung der Gewinnausschüttungen durchkommt wird wohl vom Einzelfall und davon abhängen, ob die Geschäftsführung ein fremdübliches Gehalt bezogen hat.