ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Als die große Errungenschaft wurde insbesondere von der Wirtschaftskammer die Einführung der GmbH-light im vergangenen Jahr gefeiert.

Die damals warnenden Stimmen – im Speziellen gegen die Möglichkeit einer Kapitalherabsetzung – wurden als unbegründet zurückgewiesen.
Wir haben die Senkung des Mindestkapitalerfordernis für die Gründung einer GmbH begrüßt, gleichzeitig aber Bedenken zu den begleitenden Maßnahmen in unseren April- und Mai-Ausgaben 2013 des ECA-Monat geäußert.
Mit Wirkung ab 1. März 2014 und damit acht Monate nach der Einführung der „GmbH-light" wird diese in ihrer grundsätzlichen Gestaltungsform wieder zurückgenommen und zwar „aus steuerlichen Erwägungen" wie es in den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf heißt. Die Maßnahme soll den mit der Einführung der „GmbH-light" prognostizierten Steuerausfall an Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer vermeiden.
Um trotz Anhebung des Mindeststammkapitals von EUR 10.000,00 auf EUR 35.000,00 eine GmbH mit einer Einzahlung von EUR 5.000,00 gründen zu können, ist eine „Gründungsprivilegierung" geplant. Soll eine GmbH auf Basis dieser Bestimmung errichtet werden, ist dies im Gesellschaftsvertrag festzuhalten. Auf die Inanspruchnahme dieses „Privilegs" hat die Gesellschaft in der Folge auf ihren Geschäftspapieren, Bestellscheinen und Webseiten hinzuweisen und ist mit zehn Jahren begrenzt.
In der Zeit des Privilegs hat die Gesellschaft eine Gründungsrücklage zu bilden. Dieser ist jährlich ein Betrag in Höhe von mindestens 25 % des um einen allfälligen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses zuzuweisen. Diese Rücklage kann zur Auffüllung der ausstehenden Einlage verwendet werden.
Nach Ablauf der Zehnjahresfrist lebt allerdings die Verpflichtung der Gesellschafter zur Aufbringung eines Stammkapitals von zumindest EUR 17.500,00 und im Insolvenzfall von EUR 35.000,00 auf.


ECA-Anmerkung:
Da der mit der Schaffung der GmbH-light im Juli 2013 verbundene Steuerausfall bekannt war, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die GmbH-light von Beginn an nicht als langfristige, strukturelle Maßnahme zur Förderung von Unternehmensgründungen gedacht war sondern wohl lediglich der Sicherung von Wählerstimmen dienen sollte.
Mit der Anhebung des Mindeststammkapitals für eine GmbH erhöht sich die Mindestkörperschaftsteuer für diese Rechtsform automatisch wieder auf EUR 1.750,00 jährlich und zwar schon ab dem zweiten Quartal 2014 für alle vor dem 1. Juli 2013 gegründeten Gesellschaften.
Für eine nach dem 30. Juni 2013 gegründete Kapitalgesellschaft wird allerdings die Mindestkörperschaftsteuer in den ersten fünf Jahren für jedes volle Kalendervierteljahr EUR 125,00 und für die folgenden fünf Jahre für jedes volle Kalendervierteljahr EUR 250,00 betragen.