ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Vom Bundesministerium für Finanzen wurde Ende November 2013 eine neue Verordnung zur Umsatzsteuerbetrugsbekämpfung veröffentlicht.

Mit 1.1.2014 wird daher das Reverse-Charge-System, das zwischen Unternehmern zu einem Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger führt, erweitert. Folgende Umsätze sind ab 1.1.2014 davon betroffen:

• Lieferungen von Videospielkonsolen, Laptops und Tablets, sofern das ausgewiesene Entgelt mindestens
  EUR 5.000,00 beträgt.
• Lieferungen von Gas und Elektrizität an einen Energiehändler.
• Übertragung von Gas- und Elektrizitätszertifikaten.
• Lieferungen von bestimmten Metallen und Diamanten. Betroffen sind vor allem rohe Edelmetalle wie   Gold und Silber sowie Waren aus unedlen Metallen wie Eisenrohre oder Drähte aus Aluminium. Nicht unter den Geltungsbereich der Verordnung fallen jedoch Erzeugnisse wie Schrauben, Bolzen, Nieten und ähnliche Waren aus Eisen oder Stahl sowie Haushaltsartikel wie Schwämme oder Putzlappen zum Scheuern und Polieren aus Eisen oder Stahl. Im Einzelfall ist ein Abgleich mit Kapitel 71 und Abschnitt XV der Kombinierten Nomenklatur (http://www.aussenhandel.biz/wn/2014/) sowie den im Detail angeführten Ausnahmepositionen in der Verordnung erforderlich. Nicht davon betroffen sind Umsätze, für welche die Schrott-Umsatzsteuerverordnung (unterliegt bereits dem Reverse-Charge-System) oder die Differenzbesteuerung gilt.

Bestehen Zweifel, ob eine Lieferung unter diese Verordnung fällt, kann von den Geschäftspartnern einvernehmlich davon ausgegangen werden, dass es zum Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger kommt.

Jedenfalls dürfen Empfänger der unter die Verordnung fallenden Leistungen ab 1.1.2014 keine Rechnungen mit Ausweis einer Umsatzsteuer akzeptieren, da diese nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen.
Beim Reverse-Charge-System erklärt der Leistungsempfänger auf Grund des Überganges der Steuerschuld in seiner Umsatzsteuervoranmeldung sowohl die Umsatzsteuer als auch die Vorsteuer.
Sofern Sie die oben genannten Leistungen erbringen, stellen Sie ab 1.1.2014 keine Umsatzsteuer in Rechnung, da Sie anderenfalls die Umsatzsteuer kraft Rechnungslegung auch an das Finanzamt abführen müssen.

ECA-Steuertipp:
Sollten Sie unsicher sein, ob Ihre Lieferung unter das Reverse-Charge-System fällt, helfen wir Ihnen gerne weiter!