ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Gesetzgebung und Verwaltung widmen immer mehr Aufmerksamkeit gemeinnützigen Vereinen.

Rechtliche Freiräume werden geschlossen und öffentliche Kontrollen verstärkt. Mit dem Vereinsgesetz 2002 wurden die vom Leitungsorgan eines Vereins zu erfüllenden Anforderungen für ein ordnungsgemäßes Rechnungswesen abhängig von Größenmerkmalen erstmals definiert.
Die Vereinsrichtlinien 2001 des BMF als Verwaltungsanweisung zur steuerlichen Behandlung von Vereinen umfassen in der aktuellen PDF-Ausgabe inzwischen 251 Seiten. Mit einem sogenannten „Wartungserlass 2013" vom 24. Juli 2013 wurden diese in Detailbereichen wieder überarbeitet. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die ertragsteuerliche Würdigung von Vereinsfesten gemeinnütziger Vereine. Zukünftig unterscheidet die Finanzverwaltung zwischen einem „kleinen Vereinsfest" und einem „großen Vereinsfest".
Die Unterscheidung ist insoweit von Bedeutung als ein „kleines Vereinsfest" die abgabenrechtliche Begünstigung des gemeinnützigen Vereins als sogenannter „entbehrlicher Hilfsbetrieb" insgesamt nicht gefährdet. Wickelt hingegen ein gemeinnütziger Verein ein „großes Vereinsfest" ab, ohne die Anwendbarkeit einer Ausnahmeregelung im Vorfeld sicherzustellen, dann verliert dieser seinen Gemeinnützigkeitsstatus auf Grund der Führung eines sogenannten „begünstigungsschädlichen Geschäftsbetriebes".
Nach Auffassung der Finanzverwaltung liegt dann ein „kleines Vereinsfest" vor, wenn

a) die Organisation des Vereinsfestes von der vorausgehenden Planung bis zur
Mitarbeit während des Ablaufes ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahen Angehörigen vorgenommen wird,

b) die Verpflegung ein beschränktes Angebot nicht übersteigt und ausschließ-
lich durch Vereinsmitglieder oder deren nahen Angehörigen bereitgestellt und verabreicht wird, was aber nicht durch einen Betrieb eines Vereinsmitgliedes oder dessen nahen Angehörigen erfolgen darf und

c) die Darbietung von Unterhaltungseinlagen wie Musik-, Show- und Tanzein-
lagen nur durch Vereinsmitglieder oder regionale und der breiten Masse nicht durch Film, Fernsehen, Radio bekannte Künstler erfolgen.

Neben diesen drei inhaltlichen Aspekten ist auch ein zeitlicher Aspekt zu beachten: Denn nach Auffassung der Finanzverwaltung umfasst der entbehrliche Hilfsbetrieb „kleines Vereinsfest" alle geselligen Veranstaltungen in der beschriebenen Form, die aber insgesamt einen Zeitraum von 48 Stunden im Kalenderjahr nicht übersteigen dürfen.
Der Gewinn aus einem entbehrlichen Hilfsbetrieb „kleines Vereinsfest" ist nach Abzug eines Freibetrages mit 25 % körperschaftsteuerpflichtig. Im Jahr 2012 beträgt dieser Freibetrag EUR 7.300,00 und ab 2013 kommt der auf EUR 10.000,00 erhöhte Freibetrag zur Anwendung.

ECA-Steuertipp:
Wenn Sie Obmann oder Vorstand und damit gesetzlicher Vertreter eines Vereins sind und insbesondere zur Finanzierung des Vereins entgeltliche Veranstaltungen abwickeln, dann empfehlen wir Ihnen, diese steuerrechtlich regelmäßig beurteilen zu lassen: Denn für nicht einbringliche Abgaben kann die Finanzverwaltung die gesetzlichen Vertreter des Vereins auch persönlich zur Haftung heranziehen.