ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Der 30. September eines jeden Jahres hat sich inzwischen zu einem steuerrechtlichen und gesellschaftsrechtlichen Lostag entwickelt, der in der Bedeutung dem 31. Dezember kaum mehr nachsteht. Denn auch bei diesem Stichtag gilt in vielen Fällen: Am 31. September ist es zu spät.

 


Herabsetzungsanträge

Bis spätestens 30. September 2013 können noch Herabsetzungsanträge für Vorauszahlungen 2013 an Einkommen- oder Körperschaftsteuer beim zuständigen Finanzamt eingebracht werden. Mit einem Herabsetzungsantrag kann die Ertragssteuerbelastung an die inzwischen deutlich besser abschätzbare Einkommenssituation angepasst und eine Liquiditätsentlastung bei rückläufigen Erträgen oder geänderten wirtschaftlichen Verhältnissen erreicht werden.
Der Antrag hat die Herabsetzung der Vorauszahlung schlüssig zu begründen, im Regelfall ergänzt um eine Prognoserechnung über das voraussichtliche Einkommen.

ECA-Steuertipp:
Erwarten Sie für das Jahr 2013 eine Verminderung Ihres Einkommens, dann sprechen Sie mit Ihrem ECA-Berater über die Einreichung eines Herabsetzungsantrages.

Abschlagszahlung zur Vermeidung von Anspruchszinsen

Ist Ihr Einkommen oder jenes Ihrer Gesellschaft für das Jahr 2012 noch nicht veranlagt und rechnen Sie mit einer Einkommen- oder Körperschaftsteuernachzahlung, dann ist zu prüfen, ob nicht zur Vermeidung von sogenannten Anspruchszinsen eine Abschlagszahlung geleistet werden soll: Denn mit 1. Oktober 2012 beginnt für bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bescheidmäßig veranlagte Nachzahlungen an Einkommen- oder Körperschaftsteuer des Jahres 2012 die Anspruchsverzinsung zu laufen. Der Anspruchszinssatz beträgt derzeit 1,88 %.

ECA-Steuertipp:
Sprechen Sie mit Ihrem ECA-Berater, ob und wann Sie spätestens unter Berücksichtigung der Vorschreibungsfreigrenze für Anspruchszinsen von EUR 50,00 eine Abschlagszahlung leisten sollen.

Rückerstattungsantrag für Vorsteuern aus EU-Mitgliedstaaten

Hat ein österreichischer Unternehmer in einem EU-Mitgliedstaat zum Beispiel im Rahmen einer Dienstreise eine Hotelübernachtung bezahlt und ist er in diesem EU-Mitgliedstaat mangels einer Leistungserbringung dort umsatzsteuerlich nicht erfasst, dann kann die vom Hotelier in Rechnung gestellte ausländische Umsatzsteuer im Wege eines Erstattungsantrages rückgefordert werden. Am 30. September 2013 endet die Antragsfrist für im Jahr 2012 bezogene Leistungen.
Rückerstattungsanträge für in einem EU-Mitgliedstaat angefallene Vorsteuern sind elektronisch über FinanzOnline einzureichen. Die österreichische Finanzverwaltung prüft den Antrag auf Vollständigkeit und Zulässigkeit und leitet diesen an den zuständigen Mitgliedstaat weiter. Unter Umständen sind Originalbelege oder Kopien ergänzend nachzureichen.
Die Bearbeitung des Antrags ist vom Erstattungsstaat grundsätzlich innerhalb von vier Monaten durchzuführen. Bei einer Anforderung von zusätzlichen Informationen verlängert sich dieser Zeitraum auf bis zu acht Monate. Der Erstattungszeitraum muss mindestens drei Monate und darf maximal ein Kalenderjahr umfassen. Ein Erstattungszeitraum von weniger als drei Monate ist aber zum Beispiel dann zulässig, wenn dieser lediglich die Monate November und Dezember betrifft. Zu beachten sind weiters Mindesterstattungsbeträge abhängig vom Erstattungszeitraum: Bei einem Kalenderjahr als Erstattungszeitraum muss der Erstattungsbetrag zumindest EUR 50,00 und bei einem Erstattungszeitraum von drei Monaten zumindest EUR 400,00 erreichen.

ECA-Steuertipp:
Haben Sie noch kein Verfahren für eine regelmäßige Rückerstattung von Vorsteuern aus EU-Mitgliedstaaten eingerichtet, sprechen Sie mit Ihrem ECA-Berater. Es rechnet sich.


Offenlegung von Jahresabschlüssen mit Bilanzstichtag 31.12.2012

Die Einreichung beim Firmenbuch von Jahresabschlüssen mit Bilanzstichtag 31.12.2012 für Kapitalgesellschaften und sogenannten verdeckten Kapitalgesellschaften wie einer GmbH & Co KG endet mit 30. September 2013. Die Einreichung hat grundsätzlich elektronisch zu erfolgen. Bei Kapitalgesellschaften mit einem Jahresumsatzerlös von unter EUR 70.000,00 kann die Übermittlung auch in Papierform erledigt werden.
Bei einer nicht fristgerechten Einreichung kommt es zur Vorschreibung von Zwangsstrafen an jeden gesetzlichen Vertreter und an die Gesellschaft selbst und zwar unter Umständen auch wiederholt. Die Strafe ist abhängig von der Größe der Gesellschaft. Bei kleinen Kapitalgesellschaften beträgt diese EUR 700,00.


Umgründungen mit Umgründungsstichtag 31.12.2012

Soll zum Beispiel ein Unternehmen oder ein Kommanditanteil an einem Unternehmen mit Wirkung für das gesamte Jahr 2013 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingebracht werden, so muss dieser Vorgang mit 30. September 2013 abgeschlossen sein. Dieser Stichtag ist auch zu beachten, will zum Beispiel ein Einzelunternehmer einen Mitarbeiter rückwirkend für das gesamte Jahr 2013 als Partner in eine zu gründende offene Gesellschaft oder Kommanditgesellschaft aufnehmen.
Da derartige Maßnahmen unter Umständen mit rechtlich aber auch mit wirtschaftlich komplexen Sachverhalten verbunden sein können, ist die verbleibende Zeit für die Realisierung einer derartigen Strukturänderung möglicherweise bereits zu kurz.

ECA-Steuertipp:
Steuerfristen können Ihren Ideen nicht im Wege stehen, wenn Sie Strukturänderungen so früh wie möglich mit Ihrem ECA-Berater besprechen.