ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die jüngste Hochwasserkatastrophe hat gezeigt, dass neben unmittelbarem tatkräftigen körperlichen Einsatz bei den Aufräumarbeiten vor allem Geld- und Sachspenden notwendig sind, um die eingetretenen Schäden zu beseitigen.



Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat jüngst ein Informationsschreiben veröffentlicht, in dem auf steuerliche Begünstigungen in Katastrophenfällen wie z.B. Hochwasser hingewiesen wird.

Geld- und Sachspenden

Freiwillige Zuwendungen und Spenden zur Beseitigung von Katastrophenschäden sind beim Empfänger steuerfrei und beim Spender bei Vorliegen folgender Voraussetzungen steuerlich absetzbar:

• Maximal 10 % des laufenden Einkommens können steuerschonend gespendet werden, vorausgesetzt der Spendenempfänger findet sich auf der Spendenliste des BMF wieder.
• Ebenso sind Spenden an freiwillige Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände steuerlich begünstigt.
• Spendet ein Unternehmen, können auch Sachspenden als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Privat bezahlte Geldspenden können als Sonderausgabe abgesetzt werden.

Werbeaufwand als Betriebsausgabe

Durch Firmen getätigte Geld- und Sachhilfen bei Katastrophenfällen können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, wenn damit auch ein entsprechender Werbecharakter nachgewiesen werden kann. Dies ist etwa bei regionaler oder überregionaler Berichterstattung erfüllt bzw. bei Bekanntmachung auf der Firmenwebseite.

ECA-Steuertipp:
Behalten Sie Zeitungsausschnitte auf, um diese Werbewirkung später beweisen zu können!
Hochwasserschäden als außergewöhnliche Belastung
Die Beseitigung unmittelbarer Hochwasserschäden, wie auch Reparaturen in Folge des Hochwassers sowie die Nachbeschaffung von Vermögenswerten können von den Betroffenen grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt steuerlich geltend gemacht werden. Nur jene Kosten, welche durch Spenden oder Subventionen gedeckt wurden, können nicht mehr als außergewöhnliche Belastung steuermindernd erfasst werden.
Als außergewöhnliche Belastung können alle für die übliche Lebensführung notwendigen Gegenstände abgesetzt werden. Beispielsweise wirkt die Ersatzbeschaffung von zerstörten Einrichtungsgegenständen, Kleidung, Geschirr etc. steuermindernd. Als Nachweis für die entstandenen Kosten sind die Rechnungen der Ersatzbeschaffungen aufzubehalten.

ECA-Steuertipp:
Auch eine Dokumentation der zerstörten Gegenstände – etwa durch Fotos – ist zu empfehlen.

Im Falle von PKWs kann nur der Wiederbeschaffungswert eines vergleichbaren gebrauchten Fahrzeuges als außergewöhnliche Belastung steuermindernd geltend gemacht werden. Da Sportgeräte oder etwa teure Whiskey-Sammlungen nicht zur üblichen Lebensführung benötigt werden, kann deren Nachbeschaffung nicht steuerlich abgesetzt werden. Ebenso wenig können Ersatzbeschaffungen im Zusammenhang mit einem Zweitwohnsitz berücksichtigt werden.


Freibetragsbescheid

Arbeitnehmer können, wenn auch nur für voraussichtliche Ausgaben in Zusammenhang mit Hochwasserschäden, bis zum 31. Oktober 2013 die Ausstellung eines Freibetragsbescheids beantragen. Bei rechtzeitiger Vorlage beim Arbeitgeber kommt es dann bereits unterjährig zu einer geringeren Lohnsteuerbelastung. Andernfalls ergibt sich eine Steuergutschrift erst mit der Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung.


Gebührenbefreiungen

Für Gebühren, die beispielsweise bei Abschluss von Bestandsverträgen oder bei Ausstellung von Dokumenten anfallen, bestehen in Zusammenhang mit Katastrophen Befreiungen.


Erleichterungen bei Steuerzahlungen

Kann bei einem Zahlungsverzug ein Zusammenhang mit der jüngsten Hochwasserkatastrophe nachgewiesen werden, so wird auf die Verrechnung von Säumniszuschlägen verzichtet. Auch von einem Verspätungszuschlag bei Fristversäumnissen wird dann abgesehen.
Zusätzlich kann ein Herabsetzungsantrag für die Vorauszahlungen der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer bis zum 31.10. (statt 30.9.) gestellt werden. Schließlich kann es zu Erleichterungen durch Ermessensentscheidungen kommen.


Befreiung von der Grunderwerbsteuer bei Absiedelung sowie vom Altlastenbeitrag

Kommt es auf Grund des Hochwassers zu einer Absiedelung und der Eigentümer eines verwüsteten Grundstücks erwirbt ein Ersatzgrundstück, so fällt keine Grunderwerbsteuer an. Auch für die Entsorgung von Abfällen, die durch Ka-tastrophen wie Hochwasser hervorge-rufen wurden, wird der Altlastenbeitrag erlassen. Voraussetzung dafür ist eine Bestätigung durch die jeweilige vom Hochwasser betroffene Gemeinde.