ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Für die Gründung einer GmbH bestehen in Österreich derzeit relativ hohe finanzielle Hürden, da sowohl das Mindeststammkapital als auch die eigentlichen Gründungskosten im europäischen Vergleich sehr hoch sind.

Nun liegt ein Gesetzesentwurf für eine Reform des GmbH-Gesetzes vor. Ziel ist es, die Rechtsform der GmbH attraktiver zu machen. Dieser Gesetzesentwurf beinhaltet im Wesentlichen vier Kernpunkte, die zur Vereinfachung der GmbH-Gründung beitragen sollen:

Senkung des Mindeststammkapitals auf EUR 10.000,00

Bei Neugründungen stellte die Rechtsform einer GmbH bisher nur dann eine Alternative dar, wenn der Gründer über ein gewisses Startkapital verfügte, da das halbe Mindeststammkapital – also ein Betrag von EUR 17.500,00 – in der Regel bar aufzubringen ist. Das Mindeststammkapital soll von bisher EUR 35.000,00 auf EUR 10.000,00 gesenkt werden. Der zunächst bar aufzubringende Betrag reduziert sich damit auf EUR 5.000,00.

Senkung der Mindestkörperschaftssteuer auf EUR 500,00

Die Mindestkörperschaftssteuer hängt von der Höhe des Stammkapitals ab und reduziert sich damit von bisher EUR 1.750,00 pro Jahr auf EUR 500,00 pro Jahr.

Reduktion der Gründungskosten

Der Gesellschaftsvertrag der GmbH bedarf der Notariatsaktsform. Da die Höhe der dafür anfallenden Kosten von der Höhe des Stammkapitals der GmbH abhängt, kommt es durch die Absenkung des Mindeststammkapitals automatisch auch zu einer Reduktion der Kosten für den Notariatsakt. Für GmbHs mit einem Stammkapital von EUR 10.000,00 reduzieren sich zudem die Kosten für Beglaubigungen, zum Beispiel für die Anmeldung zum Firmenbuch.

Wegfall der Veröffentlichungspflicht in der Wiener Zeitung

Die Eintragung der neu gegründeten GmbH muss nicht mehr in der Wiener Zeitung bekannt gemacht werden.

Durch diese Änderungen soll die zuletzt stagnierende Anzahl von jährlichen GmbH-Neugründungen gesteigert werden – siehe die Entwicklung der letzten Jahre:

Nach Ablauf der Begutachtungszeit, die am 22. April 2013 endet, muss der Gesetzesentwurf noch vom Ministerrat und Parlament beschlossen werden. Geplant ist das Inkrafttreten per 1. Juli 2013.

So gut die geplanten Änderungen gemeint sind, gilt es doch zu beachten, dass:

•  die Senkung des Stammkapitals zwar die Gründung der GmbH erleichtert, aber nicht vom Umstand befreit, dass ein Unternehmen schon aus wirtschaftlichen Gründen mit ausreichend Kapital auszustatten ist.

•  mit Kreditaufnahmen im Regelfall unverändert eine persönliche Haftungserklärung des Geschäftsführers oder Gesellschafters verbunden ist.

•  bei der Rechtsberatung im Zusammenhang mit der Gründung nicht gespart werden sollte. Fehler im Gesellschaftsvertrag können insbesondere bei Auseinandersetzungen nachhaltige Folgen haben.

•  bei der Wahl der Rechtsform steuer-, unternehmens- und gesellschaftsrechtliche Fragen entscheidend sein sollten.