ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

 Winterpackage zum Pauschalpreis

Der Verkaufserlös von Gutscheinen ohne Konkretisierung der künftigen Leistungen unterliegt beim Tourismusverband nicht der Anzahlungsbesteuerung.

 

Erhält der Hotelier für den Verkauf der Urlaubscard eine Provision vom Tourismusverband, unterliegt diese dem Normalsteuersatz. Die für die Leistungen (z.B. Hallenbad, Busticket, Bergbahn, etc.) den betreffenden Unternehmern zugeteilten Entgelte unterliegen dem entsprechenden Steuersatz. Steht bei der Sollbesteuerung im Zeitpunkt der Leistung die genaue Höhe des Entgeltes nicht fest, ist die Bemessungsgrundlage zu schätzen. Abweichungen vom tatsächlichen Entgelt können in der Voranmeldung vorgenommen werden.

Seminarpauschale als All-Inclusiv-Angebot

Die Bereitstellung von Seminarräumen samt technischer Einrichtungen stellt keine Nebenleistung zur Beherbergung dar. Hinsichtlich Verpflegung ist zu untersuchen, ob es sich um eine selbständige Hauptleistung oder unselbständige Nebenleistung handelt. Letzteres trifft zu, wenn sie lediglich ein Mittel darstellt, die Hauptleistung (Seminar) unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (z.B. Pausengetränke, Imbisse, Mittagessen). Eine Aufteilung des Entgeltes nach Steuersätzen kann nach dem Marktwert oder den tatsächlichen Kosten erfolgen, wobei der einfacheren Methode der Vorzug zu geben ist.

Haupt- oder Nebenstoff?

Laut dem Finanzministerium (BMF) sind „Zutaten" und „sonstige Nebensachen" als Lieferungselemente zu verstehen, die bei einer Gesamtbetrachtung nicht das Wesen des Umsatzes bestimmen, wobei das Wertverhältnis in den Hintergrund tritt. Stellt der Auftraggeber Inhaltsstoffe bei (z.B. Pflanzenschutzmittel, Fruchtsäfte oder Kosmetikartikel) und fügt der Auftragnehmer Trägerstoffe bei (Wasser, Stärke oder Emulsionen) liegt eine Werkleistung vor.

Kein Vorsteuerabzug für Beratungskosten in Verbindung mit einer unecht befreiten Beteiligungsveräußerung

Entgegen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und Bundesfinanzhofs (BFH München) ist auch dann, wenn das Unternehmen mittelbar beabsichtigt, den Veräußerungserlös für seine zum Vorsteuerabzug berechtigende wirtschaftliche Gesamttätigkeit zu verwenden, aufgrund ihres unmittelbaren Zusammenhanges mit der unecht steuerbefreiten Beteiligungsveräußerung, der Vorsteuerabzug nicht zulässig.

Importiertes Gebrauchtfahrzeug für Vorführfahrzeug?

Vorführfahrzeuge bezwecken die Förderung des Verkaufes von Neufahrzeugen. Bei Gebrauchtfahrzeughändlern ist von vornherein ein vorsteuerabzugsberechtigtes Vorführfahrzeug auszuschließen. In bestimmten Fällen können bei Fahrzeughändlern Gebrauchtfahrzeuge aber als Vorführfahrzeuge qualifiziert werden, wenn die in Rz. 1940 ff UStR angeführten Zeiträume nicht überschritten werden, wobei die Besitzzeiten des Vorbesitzers bzw. die gesamten Besitzzeiten der Vorbesitzer und die Besitzzeit des Fahrzeughändlers zusammenzuzählen sind (6 bis maximal 12 Monate).

Langfristige Vermietung von Beförderungsmitteln:

Im unternehmerischen Bereich gilt das Empfängerortprinzip. Bei Vermietung an Nichtunternehmer (insbesondere Privatpersonen) gilt seit 2012 – von der Vermietung von Sportbooten abgesehen – ebenfalls der Empfängerort. Bei einer Vermietung an Ausländer ist daher keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Der leistende Unternehmer muss dabei die Angaben des Leistungsempfängers überprüfen (z.B. Kontrolle Reisepass oder Kreditkarte oder Bestätigung über das Nichtvorliegen eines Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthalts im Inland). Die Überprüfung sollte in geeigneter Form dokumentiert werden.

Vermietung und Verpachtung von Grundstücken:

Bei (Neu-)Vermietungen seit dem 01.09.2012 besteht die Option zur steuerpflichtigen Vermietung nur noch in jenen Fällen, in denen der Mieter das Grundstück bzw. einen baulich abgeschlossenen, selbständigen Grundstücksteil zu höchstens 5 % für Umsätze verwendet, die vom Vorsteuerabzug ausschließen. Der Vermieter hat nachzuweisen, dass der Mieter die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, wobei dieser Nachweis an keine besondere Form gebunden ist.

Ein Wechsel auf Seite des Mieters oder Vermieters führt zu einem neuen Miet- bzw. Pachtverhältnis und damit zur Anwendung der neuen Bestimmungen. Eine Änderung der Vertragspartner aufgrund von Erbschaft oder einer Umgründung führt ebenfalls zu einer Neuvermietung. Eine Verlängerung des Mietverhältnisses begründet keine Neuvermietung, wenn die Vertragsverlängerung ohne zeitliche Unterbrechung erfolgt ist.