ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

 Das gesetzliche Erbrecht

Von Gesetzes wegen gibt es strenge Erbrichtlinien. Der überlebende Ehegatte bekommt gesetzlich ein Drittel, den Rest des Vermögens erben zu gleichen Teilen immer die Kinder – ob ehelich oder außerehelich – bzw. die Enkel des Erblassers.

Wer mit dieser gesetzlichen Erbregelung nicht einverstanden ist, sollte ein Testament machen oder bereits zu Lebzeiten über sein Vermögen – eventuell gegen Gegenleistungen – verfügen.

Testament

Beim Testament handelt es sich um eine einseitige letztwillige Verfügung, die selbst noch am Sterbebett – soweit man geistig dazu in der Lage ist – geändert werden kann. Zur Gültigkeit eines Testaments genügt es, wenn es eigenhändig (handschriftlich) geschrieben und unterschrieben wird. Es empfiehlt sich jedoch, das Testament bei einer vertrauenswürdigen und nicht begünstigten Person oder beim Zentralen Testamentsregister zu hinterlegen. Nur so kann verhindert werden, dass nach dem Ableben plötzlich ein Testament „unauffindbar" ist. Das Testament sollte klar und einfach sein, damit es unter den Erben zu keinen Erbstreitigkeiten Anlass gibt.

Sollten komplizierte Erbaufteilungen geplant sein, ist fachmännischer Rat bei Ihrem Steuerberater, Notar oder Rechtsanwalt unbedingt zu empfehlen.

Zu beachten ist jedoch, dass durch ein Testament die Pflichtteilsansprüche der übrigen Erbberechtigten nicht geschmälert werden können. Der Pflichtteilsanspruch ist immer ein Geldanspruch und bemisst sich nach dem Verkehrswert des Nachlassvermögens. Er beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruches.

Schenkungen

Das Verschenken von Bargeld oder Schmuck findet meist durch formlose Übergabe statt. Jedoch ist hier Vorsicht geboten: Seit 01.08.2008 sind Schenkungen von Kapitalvermögen an Angehörige ab einem Betrag von EUR 50.000,00/Jahr und ab EUR 15.000,00 innerhalb von 5 Jahren zwischen Nichtangehörige dem Finanzamt zu melden.

Schenkungs- und Übergabeverträge über Liegenschaften bedürfen einer notariellen Beglaubigung, Schenkungen von GmbH-Anteilen eines Notariatsaktes. Bei Liegenschaftsübertragungen ist Grunderwerbsteuer – berechnet vom 3-fachen Einheitswert – und die Grundbuchseintragungsgebühr zu entrichten. Es sind auch Schenkungen unter Vorbehalt eines Fruchtgenusses denkbar. Steuerlich ist ein Einkommen aus dieser Liegenschaft – z.B. Einkünfte aus Vermietung – immer dem Fruchtgenussberechtigten zuzurechnen. Auch hier empfiehlt es sich, den Rat eines Steuerexperten einzuholen.

Vorsicht ist auch geboten, wenn eine Liegenschaft gegen Rente übergeben werden soll. Es sind derzeit Überlegungen im Gange, wonach der besondere Steuersatz der Immobilienertragsteuer hier nicht mehr anwendbar sein soll.

Bei Gegenleistungsvereinbarungen ist zu beachten, in welchem Verhältnis sich der Wert der Gegenleistung zum Wert des übergebenen Vermögens verhält. Nach diesem Verhältnis berechnen sich auch die steuerlichen Konsequenzen (sogenannte „gemischte" Schenkung).

Schenkung auf den Todesfall

Hiebei verpflichtet sich der Geschenkgeber bereits jetzt, dem Geschenknehmer das Vermögen mit Eintritt seines Todes schenkungsweise zu überlassen. Diesbezüglich werden auch die steuerlichen Vor- und Nachteile zu beurteilen sein.

Es ist ratsam, gleichzeitig eine Regelung mit den übrigen Erbberechtigten zu treffen, da durch eine Schenkung zu Lebzeiten eine Schmälerung der Ansprüche – insbesonders der Pflichtteilsberechtigten – nicht eintreten darf.

ECA-Steuertipp:
Es gibt eine Reihe von alternativen Möglichkeiten, die Nachfolge zu regeln. All diese hier aufzuzeigen, würde den Rahmen sprengen. Machen Sie sich jedoch rechtzeitig Gedanken und holen Sie jedenfalls den Rat Ihres ECA-Experten ein!