ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die Pendlerförderung soll – so vernimmt man es aus dem Finanzministerium – wesentlich ausgedehnt werden. Die Änderungen sollen im Frühjahr 2013 beschlossen werden und dann rückwirkend mit 1.1.2013 in Kraft treten.

 

Gleich bleiben werden die Bestimmungen zum kleinen und großen Pendlerpauschale.

Die dafür notwendigen Voraussetzungen und Besonderheiten sollen in einem Berechnungstool für Pendler zusammengefasst werden. Dieses Service wird auf der Homepage des Finanzministeriums (www.bmf.gv.at) abrufbar sein. Mit Hilfe dieses Online-Rechners soll man berechnen können, ob das kleine oder große Pendlerpauschale zusteht.

Pendlerpauschale für teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer

Bisher musste man zumindest an elf Tagen im Monat pendeln, um Anspruch auf das Pendlerpauschale zu haben. Zukünftig sollen vier Tage pro Kalendermonat zur Geltendmachung des Pendlerpauschales ausreichen. Damit profitieren auch Arbeitnehmer, die lediglich einen Tag pro Woche arbeiten, vom Pendlerpauschale. Wobei das Pendlerpauschale bei vier Arbeitstagen pro Monat nur zu einem Drittel zu steht. Bei zumindest acht Arbeitstagen im Monat kann das Pendlerpauschale zu zwei Drittel berücksichtigt werden. Arbeitet man zumindest elf Tage im Monat kann das volle Pendlerpauschale in Anspruch genommen werden.

Viele Teilzeitbeschäftigte zahlen auf Grund ihres geringen Einkommens keine Lohnsteuer. Daher ist es fraglich, wie viele von ihnen wirklich einen Steuervorteil aus der Neuregelung des Pendlerpauschales haben. Dieses verringert nämlich lediglich die Lohnsteuerbemessungsgrundlage und kann daher nur bei einem effektiven Lohnsteuerabzug zu einer Vergünstigung führen. Ein Lohnsteuerabzug fällt, abhängig von den persönlichen Verhältnissen erst ab einem monaltlichen Bruttoeinkommen von EUR 1.050,– an.

Wird einem Mitarbeiter ein Auto auch für Privatfahrten zur Verfügung gestellt und versteuert er daher einen Sachbezug, so steht zukünftig kein Pendlerpauschale mehr zu.

Die Höhe des Pendlerpauschales bleibt übrigens unverändert.

Pendlereuro

Steht einem Arbeitnehmer das kleine oder große Pendlerpauschale zu, soll er auch Anspruch auf den so genannten Pendlereuro haben. Dieser ist als Steuerabsetzbetrag geplant und verringert somit in voller Höhe die Einkommensteuer.

Die Höhe des Pendlereuros hängt von der kilometermäßigen Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort ab. Diese einfache Fahrtstrecke wird mit zwei multipliziert. Beträgt beispielsweise die Entfernung zwischen Arbeitsstätte und Wohnung 30 km, so steht ein Pendlereuro von jährlich EUR 60,00 zu. Die Berücksichtigung des Pendlereuros soll wie beim Verkehrsabsetzbetrag durch den Arbeitgeber erfolgen.

Auch der Pendlereuro reduziert sich mit einer Teilzeitbeschäftigung – gleich wie beim Pendlerpauschale: Pendelt man lediglich zumindest vier Tage im Kalendermonat steht der Pendlereuro zu einem Drittel zu. Bei mindestens elf Arbeitstagen im Monat werden zwei Drittel des Pendlereuros berücksichtigt.

Jobticket

Bisher musste man die Voraussetzungen für das Pendlerpauschale erfüllen, um das steuerfreie Jobticket erhalten zu können. Nun soll durch das Jobticket die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel gefördert werden. Der Dienstgeber kann die Kosten für die Beförderung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mittels öffentlichen Verkehrsmittels tragen, ohne dass dies beim Arbeitnehmer zu einem steuerpflichtigen Sachbezug führt. Diese Regelung soll auch für jene Fälle gelten, in denen der Arbeitgeber nur einen Teil der Kosten übernimmt.

Leider ist es nicht möglich, dass man einen Teil des (bestehenden) Gehaltes zukünftig als steuerfreies Jobticket auszahlt. Diese sogenannte „Gehaltsumwandlung" führt zu einem steuerpflichtigen Sachbezug.

Pendlerzuschlag bei Negativsteuer

Arbeitnehmer, die auf Grund ihres geringen Einkommens keine Lohnsteuer zahlen, haben Anspruch auf die sogenannte Negativsteuer. Diese ist mit 10 % der Sozialversicherungsbeiträge begrenzt. Da die Pendlerpauschale grundsätzlich keinen Vorteil für Personen unter der Besteuerungsgrenze hat, wird zum Ausgleich die Negativsteuer um einen Pendlerzuschlag erhöht.

Die Ausweitung der Pendlerförderung soll zu einer Erhöhung der Negativsteuer durch den Pendlerzuschlag um bis zu EUR 290,00 führen, sodass insgesamt maximal EUR 400,00 Negativsteuer erreicht werden können. Mögliche Härtefälle, die bei Überschreitung der Besteuerungsgrenze eintreten können, weil dann der Pendlerzuschlag nicht mehr zusteht, sollen durch eine Einschleif-regelung verhindert werden.

ECA-Hinweis:
Wir werden Sie über den weitere Gesetzwerdungsprozess informieren.