ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Das Steuerrecht, insbesondere die Umsatzsteuer, entwickelt sich seit längerer Zeit bereits zu einem immer aufwendigeren Formalrecht.

Es kommt dabei nicht unbedingt darauf an, den fairen Anteil am Abgabenaufkommen zu tragen. Es ist vielmehr darauf zu achten, ob die vielfältigen Formalvorschriften und Fristen auch ordnungsgemäß eingehalten werden. Wenn einem dabei Fehler unterlaufen, kann das mitunter sehr teuer werden. Ein Beispiel dafür ist die „Zusammenfassende Meldung" (ZM). Im Binnenmarkt kennen wir schon lange dieses mehr oder weniger statistische Kontrollinstrument im Zusammenhang mit Lieferungen. Dadurch wird jede Lieferung von einem EU-Staat in den anderen über die UID-Nummer des Liefer-Empfängers unter Angabe des Rechnungsbetrages exakt erfasst. Seit 1.1.2010 müssen auch bestimmte sonstige Leistungen (also Dienstleistungen) mittels einer eigenen ZM gemeldet werden, sofern diese Dienstleistungen an einen Unternehmer im EU-Ausland erbracht werden.

Zwar knüpft sich an die Zusammenfassende Meldung keinerlei direkte steuerliche Konsequenz, doch gilt die ZM als Steuererklärung und das ist tückisch. Erstens kann diese zumeist monatlich abzugebende Erklärung mittels Zwangsstrafe bis zu EUR 5.000,00 eingefordert werden, zweitens kann ein Verspätungszuschlag verhängt werden, wenn die ZM nicht zeitgerecht eingereicht wurde. Als Verspätungszuschlag können bis zu 1 % der zu deklarierenden Leistungssumme verhängt werden, höchstens jedoch EUR 2.200,00 (monatlich). Zwei weitere Spezialitäten verschärfen die Sache noch einmal: wir sind gewohnt, die Umsatzsteuer bis zum 15. des zweitfolgenden Monats zu erklären und zu bezahlen. Die ZM ist dagegen nicht nach 45 Tagen sondern bereits nach 30 Tagen zu melden. Die zweite Raffinesse liegt darin, dass die Meldepflicht 30 Tage nach der Leistungserbringung zu erfolgen hat (siehe Beispiel).

Beispiel:

Hat man eine Leistung am 30. September abgeschlossen und fakturiert diese am 1. Oktober, so wurde damit die Umsatzsteuerschuld (normalerweise) um einen Monat verschoben. Dies gilt so nicht für die ZM. Der Umsatz wäre in diesem Beispiel bereits bis 30. Oktober mittels ZM zu melden.

Die Zusammenfassende Meldung ist daher ein gut gemeintes Instrument, welches den Binnenmarkt aus Sicht der Abgabenverwaltung transparent halten soll. Für die Unternehmer stellt die ZM aber eine wesentliche bürokratische Belastung dar, die relativ schnell auch zu einer drastischen monetären Belastung werden kann, wenn man die Fristen nicht punktgenau einhält. Der angesprochene Verspätungszuschlag kann von der Finanzverwaltung verhängt werden und ist somit eine sogenannte Ermessensbestimmung. Es bleibt daher abzuwarten, ob dieses Instrument mit Maß und Ziel angewendet wird, oder als einfaches Mittel, die Abgabenquote durch Strafzuschläge aufzubessern.

ECA-Steuertipp:

Bringen Sie uns Ihre Belege  bitte immer rechtzeitig und achten Sie auf die Leistungszeitraum-Angaben auf den Rechnungen.