ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die Neuregelung der Besteuerung von „privaten Grundstücksveräußerungen" betrifft insbesondere natürliche Personen mit ihrem Privatvermögen, Einzelunternehmen, Personengesellschaften, aber auch juristische Personen wie Vereine, Stiftungen und Körperschaften öffentlichen Rechts.

 

Für unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften (wie z.B. Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sind die neuen Bestimmungen grundsätzlich nicht anwendbar. Das Abzugsverbot für Aufwendungen und Ausgaben im Zusammenhang mit privaten Grundstücksveräußerungen gilt nämlich für derartige Kapitalgesellschaften nicht. Ebenso ist die Immobilienertragsteuer des Einkommensteuerrechts nicht auf obige juristische Personen anzuwenden.

Daher ergeben sich für unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften für die Veräußerung von Betriebsgrundstücken folgende Besteuerungsregeln:

•  Gewinne und Verluste aus Grundstücksveräußerung sind unverändert Teil der Einkünfte aus Gewerbebetrieb und unterliegen dem linearen Körperschaftsteuersatz in Höhe von 25 %  (ohne Beschränkung des Abzugs von Aufwendungen und Ausgaben im Zusammenhang mit derartigen Einkünften).

•  Die Regelung der Immobilienertragsteuer des Einkommensteuerrechts kommt nicht zum Tragen: Es ist daher keine Immobilienertragsteuer einzubehalten und abzuführen. Demzufolge ist auch keine Selbstberechnung durch einen Parteienvertreter vorgesehen bzw. durchzuführen.

•  Die Regelung zur pauschalen Gewinnermittlung für die Veräußerung von vor dem 31.3.2012 angeschafften Grund und Boden kann bei unbeschränkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaften nicht zur Anwendung kommen, da bei diesen Gesellschaften die Betriebsgrundstücke stets „steuerverfangen" waren.

Gemäß den Ausführungen in der Literatur kann jedoch der „Inflationsabschlag" unter bestimmten Voraussetzungen auch von unbeschränkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaften angewendet werden.

Ebenso können die Befreiungsbestimmungen von unbeschränkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaften genutzt werden.

Dies betreffend

•  die Abgeltung von Wertminderungen von Grundstücken aufgrund von Maßnahmen im öffentlichen Interesse, sowie

•  die Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken in Folge eines behördlichen Eingriffs oder zur Vermeidung

eines solchen und

•  die Gewinne aus Liegenschaftsbewegungen im Zusammenhang mit Zusammenlegungs-, Flurbereinigungs- oder Baulandumlegungsverfahren.