ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die Abgrenzung zwischen einem echten Dienstverhältnis und einem Werkvertrag wird in der Praxis immer mehr zum Diskussionspunkt zwischen Steuerpflichtigen und den GPLA-Prüfern (Prüfer, die die gemeinsame Prüfung lohnabhängiger Abgaben für das Finanzamt oder die Krankenkassen vornehmen).

Je nachdem, ob derartige Verträge durch die Behörde als Dienstverträge oder Werkverträge qualifiziert werden, ergeben sich für die Steuerpflichtigen unterschiedliche steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Folgen.

Bei GPLA-Prüfungen ist zunehmend die Tendenz zu beobachten, dass Prüfer oftmals als Werkvertrag konzipierte Vereinbarungen nicht anerkennen und vom Vorliegen echter Dienstverhältnisse ausgehen.

Der VwGH hat sich vor kurzem mit dieser Thematik beschäftigt. Eine Angestellte einer Steuerberatungskanzlei hatte zusätzlich auch auf Basis einer separaten Werkvertragsvereinbarung in Heimarbeit Buchhaltungstätigkeiten für ihren Dienstgeber erbracht. Dieser Werkvertrag wurde vom VwGH als echtes Dienstverhältnis qualifiziert, obwohl die Buchhalterin die Arbeiten mit ihren eigenen Betriebsmitteln wie Büroeinrichtung und Computer erbrachte und eine Vergütung nur auf Basis der geleisteten Stunden erhalten hatte.

Der VwGH ging dennoch von einer organisatorischen Eingliederung in den Betrieb aus. Begründet wurde dies mit der notwendigen Abstimmung zwischen Buchhalterin und Kanzlei.

Auch die Bezahlung nach geleisteten Stunden ist laut VwGH kein ausreichendes Merkmal eines Werkvertrages.