ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Bei Vermietungseinkünften wird per Gesetz eine jährliche Abschreibung von 1,5 % des Anschaffungswertes, was einer Nutzungsdauer von 66,67 Jahren entspricht, unterstellt. Eine kürzere Nutzungsdauer muss vom Steuerpflichtigen nachgewiesen werden, was üblicherweise durch ein Sachverständigengutachten möglich ist.

 

Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat sich in einem Erkenntnis damit befasst, ob eine zunächst vom Finanzamt nicht beanstandete kürzere Nutzungsdauer für spätere Veranlagungszeiträume unter den Grundsatz von „Treu und Glauben" fällt. Dieser gilt als Rechtsschutz für die Steuerpflichtigen und bindet die Finanzverwaltung an ihre rechtlichen Beurteilungen. Leider verneinte der VwGH diese Bindungswirkung und lehnte den Grundsatz von „Treu und Glauben" für diesen Fall ab. Er teilte die Auffassung der Finanzbehörde, dass sie die gewählte Nutzungsdauer in jedem einzelnen Veranlagungszeitraum neu überprüfen kann. Da der Steuerpflichtige die kürzere Nutzungsdauer trotz des Sachverständigengutachtens nicht ausreichend beweisen konnte, wurde die kürzere Abschreibungsdauer nicht akzeptiert.

Die Finanzbehörde korrigierte den Abschreibungssatz auf 1,5 %, mit Ausnahme des bereits verjährten ersten Veranlagungszeitraums.