ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Mitte November 2011 wurde das Budgetbegleitgesetz 2012 vom Nationalrat beschlossen. Nachfolgend werden einige Neuerungen dargestellt:

 Automatischer Verlustausgleich im Privatvermögen

Ab 1. April 2012 tritt die neue Vermögenszuwachsbesteuerung in Kraft. Das bedeutet, dass die Kapitalertragsteuer in einem automatisierten Verfahren von den Finanzerträgen abgezogen und an das Finanzamt abgeführt wird.

Ab dem 1. Jänner 2013 werden die Banken zusätzlich verpflichtet, einen laufenden Verlustausgleich vorzunehmen. Diese Regelung ist für den Steuerpflichtigen vorteilhaft, da die Verluste aus Spekulationsgeschäften sofort berücksichtigt werden und nicht erst zeitverzögert nach erfolgter Veranlagung. Der Verlustausgleich gilt für alle Depots, welche bei ein- und dergleichen Bank bestehen. Ein Verlustausgleich zwischen Depots bei unterschiedlichen Kreditinstituten ist demnach nicht vorgesehen. Hier bleibt dem Steuerpflichtigen weiterhin nur der Weg über die Veranlagung. Für den Übergangszeitraum von 1. April 2012 bis 31. Dezember 2012 ist die Bank nicht verpflichtet, einen laufenden Verlustausgleich durchzuführen. Sie muss jedoch bis zum 30. April 2013 eine nachträgliche Verlustverrechnung vornehmen.

Erhöhung des Pensionistenabsetzbetrags

Mit Jahresbeginn 2011 wurde der Alleinverdienerabsetzbetrag für Steuerpflichtige ohne Kinderbetreuungspflichten abgeschafft. Als Ausgleich dafür wurde bei Pensionseinkünften unter EUR 13.100,00 der Pensionistenabsetzbetrag im gleichen Ausmaß erhöht. Da allerdings der Alleinverdienerabsetzbetrag im Bereich der sogenannten Topfsonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen Vorteile bringt, konnte es durch den Wegfall zu Benachteiligungen kommen. Durch die neuerliche Änderung wird diese Schlechterstellung korrigiert, indem unter bestimmten Bedingungen erhöhte Sonderausgaben auch dann geltend gemacht werden können, wenn kein Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag besteht.

Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag in Höhe von EUR 764,00 steht in Zukunft Pensionisten mit einem steuerpflichtigen Einkommen von bis zu EUR 19.930,00 pro Jahr zu – bisher lag die Grenze bei EUR 13.100,00. Voraussetzung dafür ist, dass das jährliche Einkommen des Ehepartners EUR 2.200,00 nicht übersteigt.

Erweiterung der Besteuerung von Kapitaleinkünften bei beschränkt steuerpflichtigen Körperschaften

Die Steuerpflicht bei inländischen Körperschaften öffentlichen Rechts sowie körperschaftsteuerbefreiten Körperschaften wird auf sämtliche Kapitaleinkünfte erweitert, die nicht dem neu eingeführten Sondersteuersatz unterliegen. Dadurch will man Investitionen in bisher nicht besteuerte Einkünfte aus beispielsweise riskanten nichtverbrieften Derivaten weniger attraktiv machen. Einkünfte aus Wohnbauförderungsdarlehen der Länder sind jedoch von der Steuerpflicht ausgenommen.

 Grundstückszuwendungen an Stiftungen

Zuwendungen von Grundstücken an Stiftungen waren bisher durch das Stiftungseingangssteuergesetz mit einem Steuersatz von 2,5 % besteuert. Da der Verfassungsgerichtshof die grundstücksbezogenen Bewertungsvorschriften des Stiftungseingangssteuergesetzes als verfassungswidrig klassifiziert hat, wurden diese Vorgänge nun im Grunderwerbsteuergesetz geregelt. Bei unentgeltlichen Grundstückszuwendungen an Stiftungen oder in Fällen, wo der Wert der Gegenleistung unter dem halben gemeinen Wert liegt, kommt es zukünftig zu einem erhöhten Steuersatz von 6 %. Dies entspricht der Grunderwerbsteuer von 3,5 % zuzüglich einem Ausgleich für den Entfall der Stiftungseingangssteuer in Höhe von 2,5 %. Die nunmehrige Regelung im (österreichischen) Grunderwerbsteuergesetz führt zudem auch dazu, dass eine Zuwendung eines ausländischen Grundstücks zukünftig keiner Besteuerung in Österreich unterliegt.