ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

„Fortbildung" ist ein wesentlicher Schlüsselfaktor für erfolgreiche Unternehmen und deren Mitarbeiter. In erster Linie sollte daher außer Zweifel stehen, dass Fortbildungskosten jeder Art steuerlich absetzbar sind. Entscheidend für die steuerliche Anerkennung derartiger Kosten ist jedoch, dass die Weiterbildungs- maßnahmen berufsspezifisch sind. Das Steuerrecht unterscheidet darüberhinaus noch die Begriffe Ausbildung, Umschulung und Fortbildung.

Je nach Zuordnung der getätigten Aufwendungen zu diesen Aufwandsarten ergeben sich auch unterschiedliche Rechtsfolgen:

Ausbildungskosten sind Aufwendungen zur Erlangung von Kenntnissen, die eine Berufsausübung überhaupt erst möglich machen. Die steuerliche Abzugsfähigkeit ist dann gegeben, wenn die erworbenen Kenntnisse in Zusammenhang mit jener Tätigkeit stehen, die man nach Beendigung dieser Ausbildung tatsächlich ausübt. Verlangt wird auch eine „Verwertbarkeit" dieser Ausbildung. Somit muss nachgewiesen werden, dass man mit dieser Ausbildung – zumindest im Anschluss an die Ausbildung – auch Einkünfte erzielt.

Umschulungskosten sind dann steuerlich abzugsfähig, wenn sie so umfassend sind, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist und auch hier in einer tatsächlichen Ausübung dieses Berufes münden bzw. zumindest darauf abzielen.

Als Fortbildung zählen Schulungen, welche für den bereits ausgeübten Beruf nützlich sind. Im Vordergrund steht dabei eine Verbesserung der bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten, sodass man den laufenden beruflichen Anforderungen (besser) entspricht.

Wenn die Bildungsmaßnahme auf grundsätzliche kaufmännische oder bürotechnische Kenntnisse abzielt (zum Beispiel in Form eines Computerführerscheines oder eines Buchhaltungskurses) geht die Finanzverwaltung immer von einer Fortbildung aus. Wenn die Bildungsmaßnahmen der privaten Lebensführung zuzuordnen sind, sind die Aufwendungen nicht absetzbar. Damit stellt zum Beispiel ein Skikurs oder Schwimmkurs eines Turnlehrers keinen steuerlich absetzbaren Aufwand dar. Kann man nicht klar zwischen beruflicher oder privater Veranlassung trennen, ist auf die berufliche Notwendigkeit abzustellen. Ein Indiz für die „berufliche Notwendigkeit" kann auch eine teilweise Kostentragung durch den Arbeitgeber darstellen.

Letztlich wird die berufliche Notwendigkeit immer anhand der Lehrinhalte überprüft werden. Entscheidend dabei ist, ob die Ausbildung auf eine Berufsgruppe spezifisch zugeschnitten ist, oder ob auch andere Berufsgruppen von dem Angebot angesprochen werden können und daher möglicherweise vorwiegend nur Allgemeinwissen vermittelt wird.

Eine unlängst ergangene Entscheidung des Unabhängigen Finanzsenats (UFS) beweist, wie streng der steuerliche Maßstab angelegt wird. Eine Bauamtsleiterin nahm an einem Seminar mit dem Titel „Geld und Leben – Wirtschaftskompetenz entwickeln" teil. Die Kosten für das Seminar wurden mit folgender Begründung nicht als Werbungskosten anerkannt: Im Seminar wurden allgemeine Wirtschaftsthemen und gesellschaftliche Fragen behandelt. Es ging um die Erweiterung der sozialen und persönlichen Kompetenz und war an Frauen mit Führungsverantwortung in wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kirchlichen Organisationen adressiert. Die Ausbildung war nach Ansicht des UFS damit nicht an eine berufsspezifische Gruppe gerichtet und vermittelte überwiegend Allgemeinwissen. Da eine einwandfreie Trennung der Aufwendungen in einen beruflichen und privaten Teil nicht möglich war, wurde die Abzugsfähigkeit versagt.

ECA-Steuertipp:

Legen Sie Wert auf Seminarbestätigungen, die Ihnen einen spezifischen Bezug des Lehrinhaltes zu Ihrem Beruf bescheinigen.