ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Eine Zuordnung zum Betriebsvermögen setzt voraus, dass das Fahrrad als alltagstaugliches Verkehrsmittel angesehen werden kann und überwiegend betrieblich genutzt wird. Als Nachweis für die überwiegend betriebliche Nutzung ist ein Fahrtenbuch zu führen. Von der Alltagstauglichkeit kann ausgegangen werden, wenn das Fahrrad über Gepäcksträger für den Transport beruflicher Unterlagen, über Kotflügel, Kettenschutz, Lichtanlage und Klingel verfügt. Damit sind sämtliche Kosten zunächst als Betriebsausgabe absetzbar und die Vorsteuer abziehbar.

 

Für die privaten Fahrten sind Abschreibung, die Reparatur- und Servicekosten und allfällige Finanzierungskosten anteilig gewinnerhöhend zu berücksichtigen. Eine Nutzungsdauer zwischen fünf und zehn Jahren stellt in vielen Fällen einen angemessenen Zeitraum dar.

Weiters ist zu prüfen, ob in den Anschaffungskosten – ähnlich wie bei teuren Kraftfahrzeugen – eine Luxustangente enthalten ist. In einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) wurde eine solche Prüfung bei einem Fahrrad mit Anschaffungskosten von EUR 944,75 für maßgeblich erachtet.

Besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein firmeneigenes Fahrrad auch für nicht berufliche Fahrten zu benützen, ist kein Sachbezugswert zuzurechnen.

Ein Elektrofahrrrad gilt bis zu einer Motorleistung von 600 Watt und einer Bauartgeschwindigkeit bis 25 km/h nach der Straßenverkehrsordnung als Fahrrad. Werden diese Grenzen überschritten, zählt ein Elektrorad als Kraftrad, das Nummerntafel, Haftpflichtversicherung und jährliche technische Begutachtung benötigt. Ein Vorsteuerabzug wäre – wie bei jedem anderen Kraftfahrzeug – nicht mehr möglich.

Das Fahrrad im Privatvermögen

Wird ein privates Fahrrad zu weniger als 50 % der gesamt gefahrenen Wegstrecken auch für betriebliche Fahrten genutzt, kann für die betrieblich gefahrenen Strecken ein Kilometergeld von 24 Cent, maximal EUR 480,00 pro Jahr angesetzt werden.

Das Fahrrad als Sportgerät

Beachten Sie: Rennräder oder Mountainbikes werden als Sportgeräte grundsätzlich der privaten Lebensführung zugerechnet. Damit zusammenhängende Ausgaben sind daher nicht abzugsfähig. Nur wenn nachgewiesen werden kann, dass die Nutzung betrieblich notwendig ist und das Rennrad oder Mountainbike ausschließlich betrieblich genutzt wird, können diese Ausgaben abgesetzt werden.

Dies könnte beispielsweise bei Berufssportlern und Trainern der Fall sein.

ECA-Steuertipp:

Nutzen Sie das Fahrrad auch betrieblich und beachten Sie die beschriebenen Voraussetzungen für die Absetzbarkeit. Führen Sie sorgfältig ein Fahrtenbuch.