ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Überschreitet die Summe aller SV-Beitragsgrundlagen aus verschiedenen Tätigkeiten die Höchstbeitragsgrundlage von EUR 69.720,00 pro Jahr, so werden unter Umständen zu viel Sozialversicherungsbeiträge einbezahlt.

Personen, die mehrere versicherungspflichtige Tätigkeiten ausüben, sind nach verschiedenen Sozialversicherungsgesetzen versichert und entrichten daher auch mehrfach Sozialversicherungsbeiträge.

Hat man neben einem Dienstverhältnis beispielsweise Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder einer Landwirtschaft, so kann dies zutreffen. Derzeit gibt es folgende Möglichkeiten, diese überschießenden SV-Beiträge zurückzubekommen:

Antrag auf Beitragserstattung

Über Antrag an die Sozialversicherungsanstalt wird eine Rückerstattung der Beiträge in der Krankenversicherung vorgenommen. Vorausgesetzt es erfolgte keine Leistung aus der Krankenversicherung. Es werden lediglich 4 % rückerstattet, die KV-Beiträge allerdings mit 7,65 % belastet. Dieser Antrag muss bis zum Ende des dritten Kalenderjahres, das dem Beitragsjahr folgt, gestellt werden. Die SVA ist verpflichtet, die Höhe derartiger Beitragserstattungen den Finanzbehörden in Form eines Lohnzettels bekannt zu geben. Somit sind diese Rückerstattungsbeiträge zu versteuern, da sie zuvor die Einkommensteuerbemessungsgrundlage verringert haben.

Die Erstattung der Beiträge in der Pensionsversicherung erfolgt von Amts wegen spätestens bei Pensionsanfall, davor ebenfalls nur auf Antrag.

Antrag auf Differenzvorschreibung

Da bei der nachträglichen Rückerstattung nicht alle einbezahlten Beiträge zurückbezahlt werden, sollte bei Kenntnis der zukünftigen Überschreitung schon zuvor ein Antrag auf Differenzvorschreibung gestellt werden: in diesem Fall reduziert die zuständige Sozialversicherungsanstalt bereits laufend die Höhe der vorgeschriebenen Beiträge, so dass ein Überschreiten der Höchstbeitragsgrundlage von vornherein vermieden wird.

Beispiel: Ein Gewerbetreibender verdient als Angestellter monatlich EUR 3.000,00 (EUR 42.000,00 im Jahr). Die Jahresbeitragsgrundlage aus dem Gewerbe macht weitere EUR 33.000,00 aus. Die Summe aus beiden Beträgen (EUR 75.000,00) liegt über der Höchstbeitragsgrundlage von derzeit EUR 69.720,00. Für die Differenzbeitragsvorschreibung gilt daher: 69.720 – 42.000 = 27.720. Die GSVG-Beitragsgrundlage beträgt somit EUR 27.720,00 statt EUR 33.000,00.