ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Einkünfte von Aushilfskräften aus einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis sind seit 1.1.2017 befristet bis 31.12.2019 in bestimmten Fällen von der Einkommensteuer befreit. Wir haben darüber bereits im ECA Monat 08/2016 berichtet.

Die Voraussetzungen

Beziehen Aushilfskräfte für ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (Grenze 2017: EUR 425,70 im Kalendermonat) Einkünfte, so sind diese seit dem 1.1.2017 in bestimmten Fällen von der Einkommensteuer befreit. Um die Befreiung in Anspruch nehmen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Aushilfskraft übt neben der steuerfreien geringfügigen Beschäftigung eine selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit aus und ist aufgrund dieser Tätigkeit vollversichert (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung).
  • Das vollversicherte Dienstverhältnis darf nicht mit jenem Arbeitgeber bestehen, bei dem die Tätigkeit als Aushilfskraft erfolgt.
  • Die Tätigkeit als Aushilfskraft umfasst insgesamt nicht mehr als 18 Tage im Kalenderjahr.
  • Die Beschäftigung der Aushilfskraft dient ausschließlich dazu, einen zeitlich begrenzten zusätzlichen Arbeitsanfall zu decken, der den regulären Betriebsablauf überschreitet, oder den Ausfall einer Arbeitskraft zu ersetzen.
  • Der Arbeitgeber beschäftigt an nicht mehr als 18 Tagen im Kalenderjahr steuerfreie Aushilfskräfte.

Wird hingegen eine der Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nicht erfüllt, steht die Begünstigung von Beginn an nicht zu.

18-Tage-Grenze

Hinsichtlich der Grenze von 18 Tagen im Kalenderjahr sind Besonderheiten zu beachten. So gilt etwa bei Überschreiten der Grenze von 18 Tagen durch den Arbeitgeber, dass die Begünstigung ab Beginn der Beschäftigung jener Aushilfskraft nicht zusteht, bei der die Grenze überschritten wird. Überschreitet eine Aushilfskraft die Grenze von 18 Tagen, so steht die Begünstigung ebenso ab Beginn des Beschäftigungsverhältnisses nicht zu, bei dem die Grenze überschritten wird.

Beispiel 1: Der Arbeitgeber X beschäftigt zwei Aushilfskräfte. Von Jänner bis August Aushilfskraft 1 für 9 Tage und von September bis Dezember Aushilfskraft 2 für 10 Tage. Der Arbeitgeber kann die Aushilfskraft 1 steuerfrei abrechnen.
Die Aushilfskraft 2 darf hingegen nicht steuerfrei abgerechnet werden.

Beispiel 2: Der Arbeitgeber Z beschäftigt für 4 Tage eine Aushilfskraft, die bereits bei Arbeitgeber Y für 15 Tage beschäftigt war. Der Arbeitgeber Z muss die Aushilfskraft für alle 4 Tage steuerpflichtig abrechnen.

Sozialversicherung – Sonderregelungen ab 2018

Derzeit werden der Aushilfskraft die Sozialversicherungsbeiträge (14,12 %) und die Arbeiterkammerumlage (0,5 %), die für das geringfügige Beschäftigungsverhältnis anfallen, von der Krankenversicherung einmal jährlich im Nachhinein vorgeschrieben. Ab dem Jahr 2018 sind diese Beiträge im Rahmen der Lohnverrechnung vom Dienstgeber sofort einzubehalten. Der vom Dienstgeber heuer noch zu entrichtende Unfallversicherungsbeitrag (1,3 %) entfällt ab 2018. Die Dienstgeberabgabe für mehrere geringfügig Beschäftigte (DAG) ist bei Überschreiten der 1,5-fachen Geringfügigkeitsgrenze jedoch weiterhin abzuführen.

ECA-Steuertipp:
Dokumentieren Sie in geeigneter Weise, dass die Anstellung der Aushilfskraft aufgrund einer zeitlich begrenzten Überschreitung des regulären Betriebsablaufes oder als Ersatz einer ausgefallenen Arbeitskraft notwendig war. Lassen Sie sich von der Aushilfskraft schriftlich bestätigen, dass eine Vollversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit vorliegt und es zu keiner Überschreitung der 18-Tage-Grenze kommt.