ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Seit 1.1.2017 sind neben den Umsätzen aus Hilfsgeschäften und Geschäftsveräußerungen auch steuerbefreite Umsätze aus Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin bei der Berechnung der Umsatzgrenze für Kleinunternehmer ausgenommen.

 Umsätze von Kleinunternehmern sind umsatzsteuerbefreit. Kleinunternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes sind Unternehmer deren Umsätze im betreffenden Veranlagungszeitraum EUR 30.000,00 nicht übersteigen. Bisher hat die Regelung vorgesehen, dass in diese Grenze auch Umsätze, die gemäß Umsatzsteuergesetz steuerfrei sind, eingerechnet werden.

Mit 1.1.2017 wurde die Berechnung der Umsatzgrenze insoweit geändert, als neben den Umsätzen aus Hilfsgeschäften und Geschäftsveräußerungen nunmehr auch Umsätze im Zusammenhang mit gewissen umsatzsteuerfreien Lieferungen und Leistungen bei der Berechnung der Umsatzgrenze ausgenommen sind. Dies betrifft auch steuerbefreite Umsätze aus Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin.

Dadurch können Unternehmer, die neben ihrer grundsätzlich umsatzsteuerfreien Tätigkeit auch geringe steuerpflichtige Umsätze erzielen, diese Kleinunternehmerregelung anwenden und müssen keine Umsatzsteuer mehr abführen.

Beispiel: Ein selbständiger Arzt erzielt umsatzsteuerfreie Einnahmen aus Heilbehandlungen im Humanbereich in Höhe von EUR 100.000,00 und umsatzsteuerpflichtige Einnahmen aufgrund der Erstellung von Gutachten in Höhe von EUR 10.000,00 (netto). Nach der alten Regelung käme die Kleinunternehmerregelung nicht zur Anwendung, da die Umsatzgrenze von EUR 30.000,00 überschritten wurde.

Gemäß der neuen Rechtslage sind die steuerfreien Umsätze aus Heilbehandlungen nicht in die Umsatzgrenze von EUR 30.000,00 miteinzubeziehen. Somit unterliegt der Arzt der Kleinunternehmerregelung, und die Einnahmen aus gutachterlicher Tätigkeit sind ebenfalls umsatzsteuerfrei.

ECA-Hinweis:
Zu beachten ist, dass es sich bei der Kleinunternehmerregelung um eine unechte Steuerbefreiung handelt.
Dies bedeutet, dass dem Kleinunternehmer kein Vorsteuerabzug zusteht.