ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Außergewöhnliche Belastungen, dazu gehören insbesondere Krankheitskosten, müssen grundsätzlich vom Steuerpflichtigen selbst getragen werden, um diese auch steuerlich absetzen zu können.

Grundsätzlich kann auch nur jener die Kosten von seiner Bemessungsgrundlage steuermindernd berücksichtigen. Davon gibt es Ausnahmen für (Ehe)Partner. Dieser kann die außergewöhnlichen Belastungen absetzen, wenn

  • ein Anspruch auf Alleinverdienerabsetzbetrag besteht,
  • der Partner höchstens EUR 6.000,00 Jahreseinkommen erreicht,
  • behinderungsbedingte Aufwendungen für ein Kind zu berücksichtigen sind,
  • Krankheits-, Pflegekosten usw. für den (Ehe)Partner angefallen sind, soweit dessen

Einkommen bei Abzug dieser Aufwendungen unter das steuerliche Existenzminimum fallen würde. Das kann auch zur Folge haben, dass der oder die Steuerpflichtige einen Teil der Krankheitskosten usw. selbst und den übrigen Teil sein (Ehe)Partner als außergewöhnliche Belastung geltend machen kann.

Was ist das steuerliche Existenzminimum?
Das steuerliche Existenzminimum entspricht dem steuerfreien Einkommen und beträgt EUR 11.000,00 im Jahr.
Das für das Existenzminimum relevante Einkommen soll die Leistungsfähigkeit des Betroffenen widerspiegeln. Deshalb waren für seine Berechnung schon bisher neben dem tatsächlichen Einkommen noch weitere Einkünfte zu berücksichtigen, unter anderem das Wochengeld, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und bestimmte Ersatzleistungen.
Neu ist, dass nun auch Einkünfte aus

  • privaten Grundstücksverkäufen (selbst dann, wenn diese von der Einkommensbesteuerung aufgrund einer Befreiungsbestimmung ausgenommen sind)

und

  • Kapitalvermögen

in die Einkommensberechnung für das steuerliche Existenzminimum miteinzubeziehen sind.
Soweit der Erkrankte in einem Jahr über solche Einkünfte über dem steuerlichen Existenzminimum verfügt, erachtet ihn die Finanz zur Tragung seiner Krankheitskosten und ähnlichem selbst in der Lage. Dann dürfen sie nur vom Steuerpflichtigen selbst und nicht vom (Ehe)Partner abgesetzt werden – bei dem sich diese Kosten aufgrund einer anderen Steuerprogression eventuell besser ausgewirkt hätten.

ECA-Steuertipp:
Die lange geübte Praxis des „Tauschens“ von außergewöhnlichen Belastungen ist damit wohl nicht mehr möglich. Achten Sie daher darauf, von welchem Konto die Arztrechnung, die Zahnspange etc. gezahlt wird, damit diese Kosten steuerlich nicht ins Leere greifen.