ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Der Nationalrat hat das Abgabenänderungsgesetz 2016 beschlossen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Änderungen:

Einkommensteuergesetz
Kfz-Sachbezug
Die Gesetzesänderung soll eine Verordnung ermöglichen, mit der der Sachbezugswert für die private Nutzung von Elektrofahrzeugen für wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer – mit Einkünften aus selbständiger Arbeit – jenem für Dienstnehmer gleichgestellt wird. Bekanntlich braucht ja seit 1.1.2016 für reine Elektrofahrzeuge kein Sachbezug angesetzt werden. Dies spart Lohnkosten für den Dienstnehmer, Lohnnebenkosten für den Dienstgeber und Sozialversicherung für beide!

Lohnzettel
Der Jahreslohnzettel wird aktualisiert und an die ab 2018 geltende Beitragsgrundlagenmeldung der Sozialversicherung angepasst. Das heißt: Diese Neuerung gilt erstmals für den Lohnzettel für das Jahr 2018. Die Verpflichtung zur unterjährigen Ausstellung bei Beendigung des Dienstverhältnisses wird entfallen.

Kinderfreibetrag
Steht dem Steuerpflichtigen ein Unterhaltsabsetzbetrag oder ein Alleinerzieherabsetzbetrag zu, wird der Kinderfreibetrag in Zukunft direkt vom Finanzamt berücksichtigt.

Umsatzsteuer
Kurzfristige Vermietung von Geschäftsräumen
Wird ein Geschäftsraum vermietet, sind die Umsätze daraus üblicherweise umsatzsteuerbefreit. Ein Vorsteu-erabzug steht dabei nicht zu. Aus Vereinfachungsgründen wird nun für die kurzfristige Vermietung von Geschäftsräumlichkeiten für bis zu 14 Tage eine Ausnahme geschaffen. Diese ist nun zwingend umsatzsteuerpflichtig, wenn der Unternehmer den Geschäftsraum sonst nur für Umsätze verwendet, die umsatzsteuerpflichtig sind. Damit soll die Vorsteueraufteilung bei Geschäftsraumvermietung erleichtert werden.

Kleinunternehmer
Bei der Berechnung der Kleinunternehmergrenze wird es zu einer Vereinfachung kommen. Ab 2017 sind bei der Berechnung der Umsatzgrenze von EUR 30.000,00 bestimmte unecht umsatzsteuerbefreite Umsätze nicht mehr einzubeziehen. Diese unecht umsatzsteuerbefreiten Umsätze sind beispielsweise Tätigkeiten als Vortragender an Erwachsenenbildungseinrichtungen oder als Arzt.

Beispiel:
Ein Arzt erzielt Honorare aus ärztlicher Tätigkeit von EUR 80.000,00, zusätzlich vermietet er eine Wohnung und erzielt Mieteinnahmen in Höhe von EUR 12.000,00.
Bis einschließlich 2016 musste die Vermietung der Wohnung umsatzsteuerpflichtig behandelt werden, weil der Gesamtumsatz EUR 92.000,00 beträgt und somit die Kleinunternehmergrenze überschritten wurde. Von der Mieteinnahme waren 10 % Umsatzsteuer abzuliefern, der Vorsteuerabzug stand jedoch auch zu.
Ab dem Jahr 2017 wird der unecht befreite Umsatz als Arzt in die Berechnung der Kleinunternehmergrenze nicht mehr einbezogen. Somit kann für diese Wohnungsvermietung die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden. Es muss für die Mieteinnahme keine Umsatzsteuer verrechnet werden, dafür steht auch kein Vorsteuerabzug zu.