ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Das Unternehmensgesetzbuch (UGB) verpflichtet zur Bildung von Verbindlichkeiten- und Drohverlustrückstellungen, insbesondere für Abfertigungsverpflichtungen, Pensionen und Jubiläumsgelder.

Das Austrian Financial Reporting and Auditing Commitee (AFRAC) hat dazu im Juni 2016 seine überarbeitete Stellungnahme zum Ansatz und zur Bewertung von Rückstellungen aus solchen Verpflichtungen unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen über die Ermittlung des Rechnungszinssatzes und der Änderungen des UGB aufgrund des Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetzes 2016 veröffentlicht. Eine Bilanzierung unter Beachtung der AFRAC-Stellungnahmen gilt grundsätzlich als ordnungsgemäß.

Gemäß UGB sind Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit einem „marktüblichen Zinssatz“ abzuzinsen. Bei Rückstellungen für Abfertigungsverpflichtungen, Pensionen, Jubiläumsgeldzusagen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen kann nach dem Gesetz auch ein durchschnittlicher Marktzinssatz angewendet werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Nach der AFRAC-Stellungnahme ist unter dem Begriff „marktüblicher Zinssatz“ jener für Anleihen von Unternehmen mit hochklassiger Bonitätseinstufung und entsprechenden Restlaufzeiten zu verstehen.

Die nachfolgende, von der VERO Management AG auf Ihrer Homepage veröffentlichte Tabelle (www.vero.at/de/betriebliche-vorsorge/steuerberater/afrac), stellt die Bandbreiten für Stichtagszinssätze dar, wie sie von den drei Beratungsunternehmen AON Hewitt, Mercer und Willis Towers Watson empfohlen werden:

Zinsinformationen für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen stellt auch die Heubeck AG auf ihrer Homepage (www.heubeck.de) zur Verfügung.

Mit dem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2016 ist zu entscheiden, ob mit dem Stichtagszinssatz oder mit einem Durchschnittszinssatz der Wert einer Rückstellung mit einer langfristigen Fälligkeit gerechnet wird. Die einmal gewählte Methode ist in der Folge grundsätzlich beizubehalten.

ECA-Steuertipp:
Zu empfehlen ist daher, die Rückstellungswerte auf beide Methoden berechnen zu lassen, um so die Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2016 und die Folgejahre abschätzen zu können.