ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Ab 1.5.2016 gilt für die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen sowie für die Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken zu Campingzwecken der neue Steuersatz von 13 % (davor: 10 %).

Der alte Steuersatz von 10 % bleibt bestehen, wenn

  • eine Buchung und An- oder Vorauszahlung vor dem 1.9.2015 getätigt wurde und
  • der Umsatz zwischen dem 1.5.2016 und dem 31.12.2017 ausgeführt wird

Die Neuregelung gilt nicht für die Vermietung zu Wohnzwecken (Steuersatz weiterhin 10 %). Der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen besteht in erster Linie darin, dass die Beherbergung nicht nur die reine Überlassung von Räumlichkeiten umfasst, sondern auch gewisse Leistungen für Touristen, wie zB. Reinigung der Zimmer.

Auswirkung der Neuregelung
Beherbergungsbetriebe müssen nach dem 30.4.2016 (wenn die oben angeführte Übergangsregelung nicht zutrifft) den erhöhten Steuersatz von 13 % anwenden. Dies gilt auch für Privatzimmervermieter, die keine Kleinunternehmer sind. Wenn der Gast einen Aufenthalt bucht, der den Stichtag 30.4.2016 miteinschließt, sind für alle Aufenthaltstage nach dem Stichtag bereits 13 % USt in Rechnung zu stellen.

Besonderheiten bei pauschal verrechneten Entgelten für Beherbergung und Verköstigung
Der Anteil der Verköstigung darf weiterhin mit dem Steuersatz von 10 % behandelt werden. Auch die Verabreichung eines ortsüblichen Frühstücks im Zusammenhang mit der Beherbergung unterliegt weiterhin dem Steuersatz von 10 %.
Pauschal verrechnete Entgelte für Beherbergung und Verköstigung werden aufgeteilt. Die Aufteilung eines pauschalen Entgelts erfolgt entweder nach Einzelverkaufspreisen oder, mangels deren Vorliegen, nach den jeweiligen Kosten.
Die Aufteilung nach Kosten ist nach Ansicht des BMF wie folgt vorzunehmen:

Tischgetränke von untergeordnetem Wert (Einkaufswert liegt unter 5 % des Pauschalangebotes) im Rahmen eines All-Inclusive-Angebotes ohne gesondertes Entgelt erhöhen die Prozentsätze der Beherbergung jeweils um 5 Prozentpunkte.
Beispiel 1) Ein Hotel bietet Beherbergung ohne jegliche Verpflegung für brutto EUR 100,00 und Halbpension (ohne Tischgetränke abends) für brutto EUR 130,00 an.

Da hier Einzelverkaufspreise für beide Beherbergungsvarianten vorliegen, kann der Differenzbetrag der Verköstigung zugeordnet werden.
Beispiel 2) Ein Hotel bietet ausschließlich Halbpension (ohne Tischgetränke abends) zum Preis von brutto EUR 130,00.

Da keine vergleichbaren Einzelverkaufspreise vorliegen, ist hier nach Kosten aufzuteilen.