ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Um die steuerliche Entlastung beim Tarif der Einkommensteuer auch finanzieren zu können, wurden folgende Belastungen in die „Steuerreform“ integriert:

1. Erhöhung der Kapitalertragsteuer
Die Kapitalertragsteuer (KESt) wird von bisher 25 % auf 27,5 % erhöht. Diese erhöhte KESt gilt auch für Zuwendungen von Privatstiftungen, Erträge aus der Veräußerung von Wertpapieren oder für Ausschüttungen aus Immobilienfonds. Nur für Zinsen aus Sparbüchern und Girokonten ist explizit weiterhin die KESt in Höhe von 25 % vorgesehen.

2. Anhebung der Umsatzsteuer
Bisher gab es neben dem „besonderen“ Umsatzsteuersatz in der Landwirtschaft (in Höhe von 12 %) zwei Steuersätze: den Normalsteuersatz in Höhe von 20 % und den ermäßigten Steuersatz in Höhe von 10 %. Mit der Steuerreform wurde nunmehr ein weiterer Steuersatz in Höhe von 13 % eingeführt und damit einige ermäßigte Umsätze von 10 % auf 13 % angehoben.
Die Erhöhung betrifft dabei vor allem:

  • Aufzucht, Mästen und Halten von Tieren;
  • Beherbergungsleistungen (Hotellerie);
  • Vermietung von Grundstücken für Campingzwecke;
  • Lieferungen von Kunstgegenständen;
  • Umsätze von Künstlern;
  • Mit dem Betrieb von Schwimmbädern und Thermalbehandlungen verbundene Umsätze;
  • Filmvorführungen und Theater sowie Musik- und Gesangsaufführungen;
  • Beförderung von Personen mit Luftverkehrsfahrzeugen im Inland;
  • Leistungen der Jugend-, Erziehungs-, Ausbildungs-, Fortbildungs- und Erholungsheime an Personen unter 27 Jahren;
  • Eintritt in Museen (botanische oder zoologische Gärten, Naturparks);
  • Lieferungen von lebenden Tieren (Viehhandel);
  • Lieferung von Pflanzen jeder Art (Blumengeschäfte);
  • Lieferung von Brennholz jeder Art (auch in Form von Sägespänen, Pellets, Briketts etc.;
  • Tierische und pflanzliche Düngemittel;
  • Verkauf von Ab-Hof-Weinen (bisher 12 %).

Grundsätzlich treten die Steuersatzerhöhungen mit 1.1.2016 in Kraft. Für Beherbergungsleistungen, Theater, Musik- und Gesangsaufführungen gelten die erhöhten Steuersätze jedoch erst ab dem 1.5.2016. Weitere Übergangsbestimmungen gibt es für mit An- und Vorauszahlungen verbundene Umsätze, welche zwischen 1.5.2016 und 31.12.2017 ausgeführt werden.

3. Abschaffung der Topf-Sonderausgaben
Beiträge zur freiwilligen Kranken-, Unfall- oder Pensionsversicherung, Beiträge zu bestimmten Lebensversicherungen und Ausgaben zur Wohnraumschaffung oder Wohnraumsanierung waren bisher teilweise als sogenannte „Topf-Sonderausgaben“ absetzbar. Im Zuge der Steuerreform kommt es zu einer Streichung dieser Absetzmöglichkeit. Für Altverträge, welche vor dem 1.1.2016 abgeschlossen wurden, wird aus Vertrauensschutzgründen die steuerliche Abzugsfähigkeit bis 2020 zugelassen.

4. Abschaffung von Bildungsfreibetrag und Bildungsprämie
Der Bildungsfreibetrag in Höhe von 20 % des Aufwandes für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen bzw. alternativ die Bildungsprämie in Höhe von 6 % können letztmalig im Jahr 2015 geltend gemacht werden und entfallen ab dem Jahr 2016.

5. Änderungen im Zusammenhang mit Gebäuden

  • Einführung eines einheitlichen Abschreibungssatz von 2,5 % (Verteilung der Anschaffungskosten auf 40 Jahre) für die Abschreibung von Gebäuden (bisher galt für gewerblich genutzte Gebäude ein Abschreibungssatz von 3 % – das bedeutete eine Abschreibungsdauer von 33 Jahren).
  • Bei Betriebsgebäuden, die für Wohnzwecke überlassen werden, beträgt der Abschreibungssatz zukünftig 1,5% (das ergibt eine Abschreibungsdauer von 67 Jahren).
  • Instandsetzungsaufwendungen – also Maßnahmen, die sich bei außerbetrieblich genutzten Gebäuden werterhöhend oder nutzungsverlängernd auswirken – wurden bisher über 10 Jahre steuerlich verteilt. Im Jahr 2016 kommt es zu einer Verlängerung der Verteilungsfrist für solche Instandsetzungskosten von 10 auf 15 Jahre (für zukünftige, aber auch bestehende Instandsetzungsaufwendungen).

Ob die Gegenfinanzierungsmaßnahmen ausreichen, um die „Steuerreform“ zu finanzieren, ist ein Rätsel, welches so nie aufgeklärt werden wird; ein damit verbundenes wirtschaftsfeindliches Signal ist jedoch unverkennbar. Dass ein Pensionsloch von derzeit über EUR 10 Mrd. unser wahres Zukunfts-Thema ist, sollte selbsterklärend sein.