ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die umsatzsteuerliche Behandlung von Einkäufen bei ausländischen Online-Händlern kann für Unternehmer nachteilige Folgen haben, sofern vergessen wird, beim Anlegen des Benutzerkontos die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) bekannt zu geben.

Diesfalls wird der Unternehmer umsatzsteuerlich wie ein privater Käufer behandelt. Versendet somit ein Online-Händler aus einem anderen EU-Mitgliedstaat Waren an einen österreichischen nicht-unternehmerischen Kunden, so kommt üblicherweise bei Überschreiten der Lieferschwelle durch den Online-Händler folgende Regelung zur Anwendung:

Der Online-Händler muss sich in Österreich umsatzsteuerlich registrieren lassen, österreichische Umsatzsteuer verrechnen und an das Finanzamt abführen. Die Rechnungen an die „Privatkunden" weisen abhängig von der Art der Leistung 10 % oder 20 % österreichische Umsatzsteuer aus.

Lieferungen an Unternehmer würden hingegen sogenannte innergemeinschaftliche Lieferungen darstellen, die – sofern alle Dokument- und Buchnachweise erbracht werden – zu keiner Umsatzsteuerpflicht führen. Für sonstige Leistungen greift in derartigen Fällen zumeist die B2B-Generalklausel (Business to Business) und das sogenannte Reverse-Charge-System, was ebenfalls zu keiner Umsatzsteuerzahlung führen würde.

Werden Unternehmer durch den Online-Händler durch Nichtangabe der UID-Nummer wie private Personen behandelt, führt dies zu folgenden steuerlichen Konsequenzen:

Wird dem Unternehmer eine Rechnung ausgestellt, in der österreichische Umsatzsteuer ausgewiesen ist, handelt es sich um eine falsch ausgestellte Rechnung. Der Lieferant schuldet die Umsatzsteuer kraft Rechnungslegung, der österreichische Empfänger hat aller-dings keinen Vorsteuerabzug, da die Rechnung nicht ordnungsgemäß ausgestellt wurde.

In derartigen Fällen ist dringend geboten, die Rechnung korrigieren zu lassen und die bereits bezahlte Umsatzsteuer vom Lieferanten zurückzufordern. Wird die Vorsteuer von derart falsch ausgestellten Rechnungen geltend gemacht, kann dies im Rahmen einer Betriebsprüfung beanstandet werden und nachträglich zum Verlust des Vorsteuerabzugs führen.

Unterschreitet ein ausländischer Lieferant die oben genannte Lieferschwelle, so stellt er Rechnungen mit den Umsatzsteuersätzen seines Herkunftslandes aus, sofern er an private Kunden verkauft.

Kauft ein Unternehmer Waren vom ausländischen Lieferanten und wird ihm daher ausländische Umsatzsteuer in Rechnung gestellt, so kann diese nicht im Rahmen der Vorsteuerrückerstattung zurückgefordert werden, da eine falsche Rechnung ausgestellt wurde.

Auch hier wäre eine falsch gelegte Rechnung zu korrigieren und eine gegebenenfalls gezahlte Umsatzsteuer vom Lieferanten zurückzufordern.

ECA-Steuertipp:
Bitte vergessen Sie nicht, bei Online-Händlern Ihre UID-Nummer bekanntzugeben.