ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Bereits in der April-Ausgabe des ECA-Monat haben wir einen Überblick über die bevorstehenden Änderungen zusammengestellt. Der Ende Mai 2015 veröffentlichte Begutachtungsentwurf zum Steuerreformgesetz 2015 enthält außerdem noch viele weitere Neuerungen, von denen nachfolgend einige näher dargestellt werden.

Freibetrag bzw. Freigrenze für Mitarbeiterrabatte
Mitarbeiterrabatte bis max. 10 % sollen steuerfrei sein (Freigrenze) und auch nicht zu einem Sachbezug führen. Wird die 10 %-Grenze überschritten, so gelten Mitarbeiterrabatte von jährlich insgesamt EUR 500,00 pro Mitarbeiter als steuerfrei (Freibetrag) und begründen insoweit keinen Sachbezug. Über den Freibetrag hinausgehende Vorteile sind als laufender Bezug zu versteuern. Als Vergleichswert zur Ermittlung der Höhe des gewährten Rabatts ist grundsätzlich der Endpreis gegenüber Endverbrauchern heranzuziehen.

Beispiel: Ein Unternehmer verkauft eine Ware an fremde Abnehmer im allgemeinen Geschäftsverkehr (üblicher Preis abzüglich üblicher Rabatte) zu einem Preis von EUR 100,00.
a) An seine Arbeitnehmer verkauft der Unternehmer die gleiche Ware zu einem Preis von EUR 90,00. In diesem Fall kommt die Befreiung zur Anwendung, da der Mitarbeiterrabatt die 10 %-Grenze nicht übersteigt und es ist kein Sachbezug anzusetzen.
b) An seine Arbeitnehmer verkauft der Unternehmer die gleiche Ware zu einem Preis von EUR 80,00. Da der Mitarbeiterrabatt die 10 %-Grenze übersteigt, liegt ein geld-werter Vorteil in Höhe von EUR 20,00 vor, der jedoch nur dann zu versteuern ist, wenn der jährliche Freibetrag in Höhe von EUR 500,00 überschritten wird.

Einschränkung bei den Topf-Sonderausgaben
Topf-Sonderausgaben (zB Ausgaben für Wohnraumschaffung, Wohnraumsanierung oder bestimmte Personenversicherungen) sollen ab der Veranlagung 2016 nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können. Allerdings ist die steuerliche Absetzbarkeit für bereits bestehende Verträge noch bis zur Veranlagung 2020 möglich. Das Sonderausgabenpauschale wird ebenfalls mit dem Jahr 2020 auslaufen.

Zeitlich unbegrenzter Verlustvortrag beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner
Unter der Voraussetzung einer ordnungsgemäßen Gewinnermittlung sollen auch Einnahmen-Ausgaben-Rechner Verluste zukünftig zeitlich unbegrenzt vortragen können.

Belegerteilungspflicht zusätzlich zur Registrierkassenpflicht
In Kombination mit einer Belegerteilungspflicht soll die Einführung der Registrierkassenpflicht eine noch stärkere Wirkung für Steuerehrlichkeit und Betrugsbekämpfung erzielen. Zu beachten ist, dass diese Belege („Kassenzettel") Mindestinhalte enthalten sollen, welche unabhängig von den Rechnungsmerkmalen gemäß § 11 UStG sind. Den Kunden wird eine Belegannahmeverpflichtung treffen, der Beleg kann aber bei Privateinkäufen kurz nach dem Einkauf ohne finanzstrafrechtliche Konsequenzen weggeworfen werden.

Pauschale Aufteilung der Anschaffungskosten für bebaute Grundstücke im außerbetrieblichen Bereich
Zukünftig ist ein pauschales Aufteilungsverhältnis für bebaute Grundstücke in Form von 40 % für Grund und Boden (bisher grundsätzlich 20 %) und 60 % für den Gebäudeteil vorgesehen. Ein abweichendes Aufteilungsverhältnis muss mittels Gutachten nachgewiesen werden. Ab 2016 kann es daher notwendig sein, die fortgeschriebenen Anschaffungskosten des Gebäudes abzustocken und die Anschaffungskosten für Grund und Boden entsprechend zu erhöhen.

Erleichterungen bei Grundstücksveräußerungen
Als Ausgleich zum Wegfall des Inflationsabschlags und zur Erhöhung des besonderen Steuersatzes bei der Immobilienertragsteuer von 25 % auf 30 % soll es zu Erleichterungen kommen. So ist zukünftig bei Ausübung der Regelbesteuerungsoption der Abzug von Werbungskosten möglich. Kommt es im Rahmen der Grundstücksveräußerung zu einem Verlust, so soll im außerbetrieblichen Bereich auf Antrag zukünftig zu 60 % ein Ausgleich mit Überschüssen aus Vermietung und Verpachtung möglich sein. Alternativ und vorwiegend bei geringen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung im Jahr des Veräußerungsverlusts ist auf Antrag auch eine gleichmäßige Verteilung der 60 % des Verlusts über 15 Jahre alternativ möglich, wodurch eine Abfederung eines einmaligen hohen Veräußerungsverlusts und eine gleichmäßige Verrechnung mit den zukünftigen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung erreicht werden sollen.