ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Auf der Fahrt zu einer berufsspezifischen Tagung bediente ein Steuerpflichtiger sein Navigationsgerät, um den Veranstaltungsort zu finden und verursachte dabei einen Auffahrunfall.

Das Bundesfinanzgericht (BFG) hatte in der Folge zu entscheiden, ob die mit dem Unfall verbundenen Reparaturkosten als Betriebsausgaben oder Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können.

Das BFG stellte dazu in seinem Erkenntnis vom 3.12.2014 fest:

Die einkommensteuerliche Absetzbarkeit von Kosten im Zusammenhang mit beruflich bedingten Verkehrsunfällen ist abhängig vom Verschuldensgrad des Lenkers. Sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, tritt das Fehlverhalten als ungewollte Verhaltenskomponente in den Hintergrund und hebt den berufsbedingten Zusammenhang des Aufwandes als Voraussetzung für die steuerliche Geltendmachung nicht auf.

Grobe Fahrlässigkeit ist nach der Judikatur des VwGH zum Beispiel bei Alkoholisierung, bei nicht den Straßenverhältnissen angepasster Geschwindigkeit oder bei gefährlicher Fahrweise anzunehmen. Unfallkosten in Verbindung mit derartigen Sachverhaltsumständen schließen eine steuerliche Anerkennung aus.Das Bedienen des Navigationsgeräts während der Autofahrt stellt nach Auffassung des BFG trotz der damit zusammenhängenden Ablenkung keine grobe Fahrlässigkeit dar.

Da die Fahrt zum Tagungsort sowie die Eingabe der betreffenden Adresse ins Navigationssystem unzweifelhaft beruflich bedingt war, waren die Reparaturkosten entgegen der Beurteilung durch das Finanzamt steuerlich anzuerkennen.