ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Folgend die wesentlichsten Aspekte und Neuerungen des im Dezember 2014 final beschlossenen 2. Abgabenänderungsgesetzes 2014, welche grundsätzlich ab 2015 gelten bzw. oftmals bereits für die Veranlagung 2014 Auswirkungen haben:

Nur mehr eingeschränkte Durchbrechung des Abflussprinzips bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern
Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern werden die Betriebseinnahmen den Betriebsausgaben gegenübergestellt. Es gilt grundsätzlich das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Nur Zahlungen verändern den Gewinn und nicht der Zeitpunkt des Entstehens der Forderung oder Verbindlichkeit, wie dies bei der doppelten Buchhaltung entscheidend ist.

Seit dem Stabilitätsgesetz 2012 sind Gebäude und Wirtschaftsgüter, die keinem regelmäßigen Werteverzehr unterliegen, davon ausgenommen. Sie dürfen erst beim Ausscheiden aus dem Betrieb als Betriebsausgabe angesetzt werden. Hintergrund dieser Regelung ist, dass das Erzielen steuerlicher Verluste im Umlaufvermögen verhindert werden soll, wenn es zu keiner tatsächlichen Vermögensminderung gekommen ist. Beispielsweise könnte ein Grundstückshändler mit hohem laufendem Gewinn am Jahresende noch ein Grundstück kaufen und somit seinen Gewinn erheblich reduzieren. Um dies zu vermeiden, wurde diese Regelung eingeführt.

Nun wurden die Wirtschaftsgüter, die von dieser Regelung betroffen sind, explizit angeführt: Grundstücke und die Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium (jeweils Barren und Münzen), sofern sie nicht der unmittelbaren Weiterverarbeitung dienen, können nicht zum Zeitpunkt der Bezahlung als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Diese Neuregelung gilt zum ersten Mal ab der Veranlagung für 2014. Jene Wirtschaftsgüter, die nicht unter die Neuregelung fallen und nach dem 31.3.2012 und vor dem 1.1.2014 angeschafft oder eingelegt wurden und nicht im Jahr der Anschaffung als Betriebsausgabe abgesetzt werden durften, können nun bei der Veranlagung 2014 steuerlich berücksichtigt werden.

Hauptwohnsitzbefreiung bei der Immobilienertragsteuer
Um die Hauptwohnsitzbefreiung nutzen zu können ist es mitunter erforderlich, dass das Eigenheim oder die Eigentumswohnung ab der Anschaffung mindestens zwei Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient hat. Zusätzlich muss der Hauptwohnsitz im Zuge der Veräußerung aufgegeben werden. Klargestellt wird nun, dass die Hauptwohnsitzbefreiung auch dann gelten kann, wenn das Gebäude erst errichtet werden muss. Im Falle der Anschaffung eines unbebauten Grundstücks mit späterer Errichtung des Eigenheims muss die Mindestnutzungsdauer vom Zeitpunkt der Fertigstellung des Gebäudes weg erfüllt werden und nicht vom Anschaffungszeitpunkt des Grund und Bodens.

Einheitlicher Betrieb bei Arbeitsgemeinschaften
Insbesondere für Arbeitsgemeinschaften (ARGE) im Baugewerbe, welche sich für die Durchführung eines einzigen Werkvertrags oder Werklieferungsvertrags zu einer nicht rechtsfähigen Personenvereinigung (z.B. GesbR) zusammenschließen, kommt es für ab 2015 beginnende Wirtschaftsjahre zu Änderungen. Bisher wurden für Betriebsstätten einer solchen nicht rechtsfähigen Personenvereinigung jeweils anteilig Betriebsstätten der Mitglieder angenommen. Zu einer einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung auf Ebene der Personenvereinigung kam es folglich nicht. Jedes einzelne Unternehmen erfasste seinen Anteil am Werkvertrag anteilig in seiner Buchhaltung.

Diese Ausnahmebestimmung soll mit dem Ziel, Mehrfach-Erfassungen und Mehrfach-Nichterfassungen von Erlösen und Aufwendungen zu verhindern, nunmehr eingeschränkt werden, indem sie nur noch bei Auftragswerten von höchstens EUR 700.000,00 netto zur Anwendung kommt. Bei höheren Auftragswerten wird ab 2015 von einem einheitlichen Betrieb ausgegangen und es hat ein Feststellungsverfahren zu erfolgen.

Somit wird ein Gesamtergebnis für die ARGE ermittelt und anteilig den einzelnen Unternehmen zugerechnet. Für schon vor 2015 bestehende Arbeitsgemeinschaften mit einem Auftragswert von über EUR 5 Mio. netto treten diese Folgen ebenfalls ein.