ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Um den Sozialbetrug in der Baubranche zu minimieren, wurde mit 1.9.2009 eine 20 %ige Sonderhaftung des Auftraggebers eingeführt – und diese mit 1.7.2011 auch noch um eine 5 %ige Haftung für lohnabhängige Abgaben erweitert.

Der Auftraggeber von Bauleistungen haftet für diese Beiträge seines Subunternehmers. Die Haftung wird dann schlagend, wenn die zuständige Gebietskrankenkasse (GKK) erfolglos Exekution gegen den Subunternehmer geführt hat oder dieser bereits insolvent ist.
Die Haftungsregelungen gelten für alle Auftraggeber,

  • die Bauleistungen erbringen,
  • die Unternehmer sind,
  • die ihre Niederlassung in Österreich haben
  • und deren Arbeitnehmer dem österreichischen Sozialversicherungsrecht unterliegen.

Der Auftraggeber hat zwei Möglichkeiten, die Haftung zu vermeiden:

1.) Abfuhr des 25 %igen Haftungsbetrages
Zur Vermeidung der Haftung kann der Auftraggeber den 25 %igen Haftungsbetrag an das Dienstleistungszentrum bei der Wiener Gebietskrankenkasse unter Angabe der UID-Nummer des Subunternehmers abführen. Bisher konnte die Haftung nur dann vermieden werden, wenn der Subunternehmer über eine Dienstgeberkontonummer bei der GKK verfügte. War diese nicht vorhanden, weil etwa bisher kein Dienstnehmer beschäftigt war, konnte der Auftraggeber die einbehaltenen Haftungsbeiträge nicht haftungsbefreiend abführen.

 2.) Der Auftragnehmer steht auf der HFU-Liste
Das Dienstleistungszentrum der Wiener Gebietskrankenkasse führt eine Gesamtliste der haftungsfreistellenden Unternehmen (= HFU-Liste). Beauftragt der Auftraggeber einen Subunternehmer, der auf dieser Liste steht, ist der Auftraggeber haftungsfrei.
Eine Eintragung auf der HFU-Liste erfordert folgende Voraussetzungen:

  • Das Unternehmen muss mindestens drei Jahre Bauleistungen erbracht haben.
  • Das Unternehmen darf keine Beitragsrückstände bei der GKK haben.

Unternehmer ohne Dienstnehmer konnten bisher die Aufnahme in die HFU-Liste gar nicht beantragen, da sie kein Beitragskonto bei der GKK hatten. Ab 1.1.2015 besteht jedoch die Möglichkeit, dass auch solche Unternehmen in der HFU-Liste geführt werden, wenn der betreffende Unternehmer bei der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft versichert ist und dort keine Beitragsrückstände vorliegen.

 ECA-Steuertipp:
Die HFU-Liste finden Sie unter www.sozialversicherung.at/agh