ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

In der Buchhaltung wird oftmals nur die vom leistenden Unternehmer übermittelte Rechnung beachtet. Bestenfalls wird diese noch auf alle notwendigen Merkmale, die eine Rechnung laut Umsatzsteuergesetz zu enthalten hat, geprüft.

Kaum kontrolliert wird, ob der leistende Unternehmer eine richtige Rechnung erstellt hat. Dies kann zwar dem Kunden nicht unmittelbar vorgeworfen werden, kann aber doch zu steuerlichen und monetären Nachteilen für ihn führen. Meist sind solch teure Fehler mit innergemeinschaftlichen Warenlieferungen verknüpft und können mit Transportpapieren aufgedeckt werden.

Beispiel:

Ein österreichischer Unternehmer A kauft bei seinem deutschen Lieferanten D Waren ein. D rechnet eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung ab, alle notwendigen Rechnungsmerkmale sind auf der Faktura erfasst. Die neue Gelangensbestätigung, die deutsche Unternehmer nun benötigen, wurde übermittelt. Im Rahmen einer Nachschau werden von der Finanzverwaltung die Transportpapiere angefordert. Diese zeigen, dass die Ware direkt aus Frankreich F geliefert wurde.

Auf Grund weiterer Nachforschungen zeigt sich, dass es sich um ein Dreiecksgeschäft handelt. Ein Dreiecksgeschäft liegt vor, wenn drei Unternehmer in drei verschiedenen Mitgliedstaaten Geschäfte über die gleiche Ware abschließen und diese unmittelbar vom ersten Unternehmer an den letzten Abnehmer gelangt.

Da aber die Vorschriften des Dreiecksgeschäfts nicht eingehalten und Meldungen unterlassen wurden, können die vorgesehenen Begünstigungen nicht in Anspruch genommen werden. Der deutsche Unternehmer D wird mit seinem Umsatz in Österreich steuerpflichtig und hätte seine Rechnung mit österreichischer USt ausstellen müssen.

Problematisch wird es auch für den österreichischen Abnehmer A: Da der Lieferant D seine Steuer in Österreich nicht bezahlt, wird A von der österreichischen Finanzverwaltung zur Haftung herangezogen und hat die Umsatzsteuer zu bezahlen.

Weder der Umstand, dass A am Verhalten des D keine Schuld trifft, noch der Umstand, dass gar keine USt in der Rechnung ausgewiesen wurde, schützt den österreichischen Leistungsempfänger vor den negativen Folgen.