ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

In unserem ECA Monat 09/2013 haben wir über die ertragsteuerliche Würdigung von Festen gemeinnütziger Vereine berichtet, wie diese das BMF in den Vereinsrichtlinien mit einem Wartungserlass dargelegt hat. Danach ist zwischen einem „kleinen Vereinsfest" und einem „großen Vereinsfest" zu unterscheiden:

 

Ein „kleines Vereinsfest" gefährdet die abgabenrechtliche Begünstigung eines gemeinnützigen Vereins als sogenannter „entbehrlicher Hilfsbetrieb" insgesamt nicht. Wickelt hingegen ein gemeinnütziger Verein ein „großes Vereinsfest" ab, ohne die Anwendbarkeit einer Ausnahmeregelung im Vorfeld sicherzustellen, verliert dieser seinen Gemeinnützigkeitsstatus auf Grund der Führung eines sogenannten „begünstigungsschädlichen Geschäftsbetriebes".

Nach Auffassung der Finanzverwaltung liegt ein „kleines Vereinsfest" dann vor, wenn

1. die Organisation des Vereinsfestes von der vorausgehenden Planung bis zur Mitarbeit während des Ablaufes ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahen Angehörigen vorgenommen wird (Organisationsmerkmal),
2. die Verpflegung ein beschränktes Angebot nicht übersteigt und ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahen Angehörigen bereitgestellt und verabreicht wird, was aber nicht durch einen Betrieb eines Vereinsmitgliedes oder dessen nahen Angehörigen erfolgen darf (Verpflegungsmerkmal) und
3. die Darbietung von Unterhaltung wie Musik-, Show- und Tanzeinlagen nur durch Vereinsmitglieder oder regionale und der breiten Masse nicht durch Film, Fernsehen oder Radio bekannte Künstler erfolgt (Unterhaltungsmerkmal).
In einem Erlass vom 14. Mai 2014 nimmt das BMF zu diesen Merkmalen ergänzend Stellung:

Zum Organisationsmerkmal
Werden sonstige Tätigkeiten, deren Durchführung durch einen Professionisten behördlich angeordnet bzw. deren Durchführung durch Nichtprofessionisten verboten ist, nicht von Vereinsmitgliedern ausgeübt, ist dies unschädlich. Dies betrifft zum Beispiel die behördlich beauftragte Beschäftigung eines Securitydienstes während des Festes oder die Durchführung eines Feuerwerkes. Gleiches gilt auch für die Durchführung von Tätigkeiten, deren Vornahme durch die Vereinsmitglieder unzumutbar wäre wie zum Beispiel das Aufstellen eines Festzeltes.

Zum Verpflegungsmerkmal
Wird neben der Abgabe von Getränken und Speisen durch Vereinsmitglieder ein zusätzliches, im Umfang geringfügiges Speisenangebot durch einen fremden Dritten bereitgestellt und verabreicht, sprengt dies noch nicht den Charakter eines „kleinen Vereinsfestes". Im Erlass wird die Einbeziehung eines „Hendlbraters" oder eines „Langosverkäufers" als Beispiel dafür angeführt. Dies soll nach Auffassung des BMF aber nur dann gelten, wenn die Gäste unmittelbar in Vertragsbeziehung zu diesem fremden Dritten treten. Wird hingegen die gesamte oder ein wesentlicher Teil der Verpflegung durch einen Wirt oder einen Caterer übernommen, ist dies für das Vorliegen eines kleinen Vereinsfestes schädlich.

Zum Unterhaltungsmerkmal
Werden Musikgruppen oder andere Künstlergruppen für die Durchführung von Unterhaltungsdarbietungen beauftragt, kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass diese regional und der breiten Masse nicht bekannt sind, wenn der übliche Preis, den diese Musikgruppe oder die Künstlergruppe normalerweise für ihre Auftritte verrechnet, EUR 800,00 pro Stunde nicht überschreitet.

ECA-Steuertipp:
Wenn Sie Vorstand eines steuerlich nicht vertretenen Vereines sind, lassen Sie die Geschäftstätigkeit des Vereins in regelmäßigen Abständen steuerlich beurteilen. Der Vorstand als gesetzlicher Vertreter des Vereins haftet persönlich für schuldhaft nicht abgeführte Abgaben des Vereins.