ECA-Schreiner und Stiefler Steuerberatungsgruppe

Steuerberater und Wirtschaftstreuhand Krems an der Donau

Die Selbstanzeige – eine sinnvolle und sachgerechte, gesetzliche Regelung – wurde massiv verschlechtert.

 

 

Bisher hatte man die Möglichkeit, Fehler in Steuererklärungen von sich aus der Finanzbehörde anzuzeigen. Wenn man die dadurch verkürzte Steuer innerhalb eines Monats bezahlte, blieben einem ein teures und sehr unangenehmes Finanzstrafverfahren erspart. Eine solche Selbstanzeige war auch noch möglich, bevor eine Betriebsprüfung startete – es stellte eine jahrelange „Tradition" dar, dass ein Betriebsprüfer als erstes die Frage stellte: „Gibt es eine Selbstanzeige?".

Ab Oktober 2014 gehört dies der Vergangenheit an. Selbstanzeigen anlässlich von Betriebsprüfungen (oder Nachschau) werden künftig mit progressiv gestaffelten Zuschlägen zwischen 5 und 30 Prozent auf die Abgabenschuld sanktioniert. Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder konnte gerade noch erreichen, dass der Zuschlag nur auf vorsätzliche und grob fahrlässige Finanzvergehen angewendet wird. Einfache „Versehen" sind damit (noch) verschont geblieben.

Die Zuschläge betragen konkret:
5 % bis zu einer Steuernachzahlung von EUR 33.000,00
15 % auf Nachzahlungen von EUR 33.000,00 bis EUR 100.000,00
20 % auf Nachzahlungen von EUR 100.000,00 bis EUR 250.000,00
30 % ab einer Nachzahlung von mehr als EUR 250.000,00

Eine massive Verschärfung ist auch dadurch gegeben, dass eine Selbstanzeige generell – also auch bei leichter Fahrlässigkeit – ausgeschlossen ist, wenn bereits einmal hinsichtlich desselben Abgabenanspruches eine Selbstanzeige erstattet worden ist.